Bergarbeiterdemo am 14. November in Bergkamen

Bergarbeiterdemo am 14. November in Bergkamen

Nicht mit der „verbrannten Erde“ abfinden

Vorstand und Fraktion des überparteilichen Kommunalwahlbündnisses BergAUF schreiben:

Von Pressemitteilung von BergAUF Bergkamen / Korrespondenz der Vorbereitugnsgruppe
Nicht mit der „verbrannten Erde“ abfinden
Bild von der ersten Bergarbeiterdemo die durch Essen-Katernberg führte (rf-foto)

Zusammen mit der Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF, befreundeten Wahlbündnissen und anderen fortschrittlichen Kräften und Parteien stemmt sich das überparteiliche Personenwahlbündnis BergAUF seit vielen Jahren gegen die RAG (vormals Ruhrkohle AG) und ihre Politik der verbrannten Erde.

 

Das langjährige Bergkamener Ratsmitglied und Vorstandsmitglied von BergAUF, Werner Engelhardt, begründet das so: „Als ich 1986 nach Bergkamen zog, galt die Stadt als aufstrebende Stadt mit dem höchsten Bergarbeiteranteil an der Bevölkerung. Nun hinterlässt die RAG, nach der Stilllegung aller Bergwerke und nachdem sie das - von den Bergleuten erwirtschaftete - Kapital in EVONIK, Vivawest u. a. verschoben hat, in vielfacher Hinsicht ‚verbrannte Erde‘. Und zwar in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht. Damit wollen und werden wir uns auch im Interesse nachfolgender Generationen nicht abfinden und wir wollen alle Betroffenen genau dazu ermuntern!“

 

Gegen diese Politik findet am kommenden Samstag, 14. November, in Bergkamen die 14. Demonstration statt, dieses mal in Bergkamen.

 

Engelhardt verweist auf ehemals 30.000 Arbeits- und Ausbildungsplätze im Bergbau, die von der RAG vernichtet wurden, und auf die Folgen: Überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit und Armut in vielen Familien, mehr als 20 Prozent der Kinder sind hier von Armut bedroht, Vernichtung zahlreicher selbstständiger Existenzen, extrem hohe Abwassergebühren aufgrund der Bergbau-bedingt maroden Kanäle, Tausende Frührentner, denen nun auch noch das Deputat teils erheblich gekürzt wurde, steigende Mieten und Nebenkosten, eine hoch verschuldete Stadt!

 

Zerstörte Naturlandschaften, beschädigte Häuser durch Bergsenkungen und bald auch wieder durch Hebungen. Vergiftete Zechenbrachen, Millionen Tonnen hochgiftiger Sondermüll unter Tage im Ruhrgebiet und das Extremgift PCB im Grubenwasser, welches in Flüsse und Weltmeere gepumpt wird. Alles mit Genehmigung der zuständigen Behörden und mit wohlwollender Duldung der Spitzen von SPD, CDU und Grünen!

 

Als besonderen Schwerpunkt sehen wir gerade auch am internationalen Umwelttag die Grubenwasser-Problematik. Wir fordern den Bau hochwertiger PCB-Filteranlagen an allen geplanten Einleitstellen von Grubenwasser in Oberflächengewässer auf Kosten der RAG. Ersatzarbeits- und Ausbildungsplätze wären u. a. zur Behebung der Umweltschäden möglich und dringend nötig.

Wann und Wo?

Auftaktkundgebung ist um 11 Uhr, Abschlusskundgebung gegen 12.15 Uhr, jeweils am Platz der Partnerstädte (zwischen Rathaus und Kaufland.) Am ehemaligen KZ Schönhausen findet eine kurze antifaschistische Kundgebung statt. Die ganze Veranstaltung ist genehmigt und findet unter Beachtung der Corona-Bestimmungen statt. Also bitte Mund-Nasen-Schutzmaske mitbringen und Abstände einhalten!

Dazu schriebt die Vorbereitungsgruppe in einer aktuellen Info:

„Die Verordnungen der Regierung zu Corona sehen keinerlei Lockdown für Konzerne wie die RAG bei der Vernichtung von Arbeitsplätzen, Gaststätten, in der Umweltzerstörung und Gefährdung in den Schulen vor. Deshalb kommt auch der von ihr ins Gespräch gebrachten Lockdown für den Protest dagegen nicht in Frage. Wir verteidigen entschieden dieses demokratische Recht auch mit unserer Demonstration. Sie wird, wie es uns zusteht, auf der Straße stattfinden. Der Versuch der Polizeibehörde, sie auf den Gehweg zu verbannen, wurde entschieden zurückgewiesen. Im Unterschied zu den rechten Corona-Leugnern, wird bei uns unter strengster Beachtung des Gesundheitsschutzes demonstriert. Also Masken mitbringen, Abstände einhalten.“

… und gibt noch folgende Hinweise an die Demonstrationsteilnehmer

„Nutzt das Parkdeck bei Kaufland. In Bergkamen sind die Parkplätze kostenlos. Für eine kleine Verpflegung der Demoteilnehmer ist wieder gesorgt. Für alle, die aus gesundheitlichen Gründen nur an den Kundgebungen teilnehmen können, stehen rund um den Platz Sitzbänke zur Verfügung. Im Falle von Regen – die Wetterprognosen sind aber gut – wendet Euch an die Versammlungsleitung, auch hierfür ist eine Lösung vorbereitet. Wenn ihr noch übrige Demo-Flyer an den Orten habt, bringt sie mit. Also bis Samstag. Auf nach Bergkamen!