Recklinghausen

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„Querfront“-Spuk zu Halloween

Ein schauriger Aufmarsch bot sich da den Recklinghäuserinnen und Recklinghäusern in der Innenstadt am 31. Oktober passend zu Halloween.

Von Jugendverband REBELL
„Querfront“-Spuk zu Halloween
Gruselgestalten mit "QAnon"-Werbung in Recklinghausen (rf-foto)

Etwa 100 Personen, viele in weißen Maleranzügen verkleidet, zogen hinter einem fahrenden, bedrohlich klimpernden Klavier her. Aus einem Lautsprecher ertönte eine Computerstimme, die Sätze von sich gab wie: „Tägliches Duschen in Desinfektionsmittel für jeden! Drosten erhöre uns!“ Die Demo-Teilnehmer wiederholten im Chor: „Drosten erhöre uns!“

 

Das hatte schon fast etwas von einer religiösen Prozession und rief bei den meisten Passanten nur Kopfschütteln hervor. Während einer Zwischenkundgebung wurden in Redebeiträgen zwar auch berechtigte Anliegen, wie die Sorgen der Gastronomen und der Eltern von Schulkindern aufgegriffen, jedoch wurden ebenso die Zahlen der Corona-Toten verharmlost („Durchschnittliches Todesalter entspricht der durchschnittlichen Lebenserwartung“, „An Feinstaub und Krebs sterben viel mehr Menschen“) und über Gesundheitsschutzmaßnahmen hergezogen.

 

Besonders gruselig war jedoch, dass die Veranstalter sich zwar von „Rechts- und Linksextremismus“ distanzierten (und nebenbei einfach mal demagogisch gleichsetzten), aber anscheinend kein Problem damit hatten, dass Personen Pullover der faschistischen Verschwörungsbewegung „QAnon“ trugen.

 

An dem Tag wurde wieder deutlich: Wir brauchen keine Totengräberstimmung und Querfront-Spuk, sondern einen „wachen Geist“, um organisiert gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und für wirksamen Gesundheitsschutz zu kämpfen!