Argument zu Corona

Argument zu Corona

„Wegen einem Schnupfen zu Hause bleiben?“

„Man kann jetzt nicht wegen jedem Schnupfen zu Hause bleiben, da bricht hier alles zusammen“, sagt die gestresste Stationsleiterin in einem Pflegeheim.

Von nek

Ja und nein, kann man darauf antworten. Erstens blieben die Kolleginnen kaum einmal wegen einem Schnupfen zu Hause. Und zweitens haben wir mit der Pandemie eine Situation, wo man anders mit einem Schnupfen umgehen muss als sonst. Besser einmal zu viel als einmal zu wenig abklären, ob es sich um eine Corona-Infektion handelt.

 

„Man muss ja nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen“ sagt die Stationsleiterin. Doch abzuwarten was kommt, dann mal sehen, was zu tun ist, diesen Pragmatismus kennen wir doch schon von der Regierung. Genau mit dieser Denkweise wurden im Sommer überall Öffnungen durchgepeitscht und jeder Gedanke an Zusammenhänge und Prognosen verdrängt. Dafür zahlt die Bevölkerung jetzt die Zeche.

 

Und deshalb müssen wir uns um unseren Gesundheitsschutz kümmern. Wir Beschäftigten müssen gemeinsam klare Kriterien aufstellen, wann wir zu Hause bleiben und uns dazu gegenseitig bestärken. Das schützt die Menschen im Heim und unsere eigene Gesundheit und Arbeitskraft.

 

Es liegt nicht an den Beschäftigten, „wenn hier alles zusammenbricht“. Im Gegenteil: Sie haben seit Beginn der Pandemie umsichtig dafür gesorgt, dass die Menschen in den Alten- und Pflegeheimen immer versorgt worden sind. Schon im Frühjahr lag es nicht an ihnen, sondern z. B. an fehlenden Masken, dass Altenheime zu Hotspots geworden sind. Nun haben wir Herbst und warten wiederum auf Schnelltests. Ein Armutszeugnis des angeblich so überlegenen Kapitalismus!