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Widerstand gegen die Abholzung des Dannenröder Waldes formiert sich im Gegenwind

In den letzten Tagen intensivierte sich der Protest gegen die Abholzung des Dannenröder Waldes. Er soll dem unnützen Großprojekt des Weiterbaus der A49 zum Opfer fallen.

Landesleitung RHS der MLPD

Dafür müssen 85 Hektar Waldflächen mit teilweise 250 Jahren alten Bäumen gerodet werden. Weitere Flächen würden versiegelt, Biotope zerstört, Umweltschäden durch Lärm und CO2-Ausstoß in Kauf genommen.

 

Eine besonders schändliche Rolle spielen die hessischen Grünen im Landtag. Sie haben restlos und aktiv die staatstragende Rolle in der Regierungsbeteiligung übernommen. Allen voran der grüne Verkehrsminister Tarek-al-Wazir: „Irgendwann kommt der Moment, in dem man sich der Tatsache stellen muss, dass die Welt nicht nur aus der eigenen Blase besteht.“ Berechtigte umweltpolitische Ziele als „eigene Blase“ zu bezeichnen – viel tiefer kann man als Scheingrüner nicht mehr sinken.

 

Bereits am 4.10. demonstrierten 4.000 für den Erhalt von „Danni“. Letzte Woche begann die Räumung des Dannenröder Waldes. Dagegen protestierte die Fridays-for-Future-Bewegung am Freitag bundesweit. In Stadtallendorf demonstrierten 100, in Frankfurt-Preungesheim demonstrierten 150 gegen die Inhaftierung von Protestierenden. Der Erhalt von „Danni“ wird immer mehr ein bundesweiter umweltpolitischer Brennpunkt.

 

Angesichts dessen hetzen hessische Vertreter von CDU, SPD, FDP und AfD in trauter Einheit. „Das sind keine Aktivisten, das sind Täter“ (Stefan Nass, FDP). „Es ist nicht legitim, es ist gefährlich, was sich derzeit im Dannenröder Forst abspielt“ (Tobias Eckert, SPD). Die antikommunistische Extremismuskeule darf auch nicht fehlen: „Wir erwarten, dass sich die sogenannten Aktivisten nicht weiterhin von Linksextremisten unterwandern lassen“ (Holger Bellino, CDU). Klaus Gagel (AfD) fantasiert von „Ökoextremisten“ und „krimineller Vereinigung“. Der Kampf um den Erhalt des Dannenröder Waldes und der Kampf gegen den Antikommunismus gehören eng zusammen.

 

Die MLPD unterstützt den berechtigten Proteste gegen den Weiterbau der A49 und erklärt sich solidarisch mit allen von Polizeimaßnahmen Betroffenen und Verhafteten. Wir kritisieren solidarisch den starken Fokus auf individuelle und teilweise abenteuerliche Aktionsformen wie das Abseilen auf Autobahnen. Zukunft hat die Höherentwicklung der engen Verbindung mit den Anwohnern. Das Alternativkonzept von Umgehungsstraßen gegen den unerträglichen Durchgangsverkehr durch die Dörfer und Kleinstädte an der bisherigen B3 im „Dannenröder Appell“ ist dafür ein wichtiges Mittel.

 

Strategisch bedeutsam ist die engere Verbindung des Protestes mit der Arbeiterbewegung. Bereits am 15.10. blockierten einige Aktivisten gegen den Weiterbau der A49 das Haupttor des VW- Werkes in Kassel. Sie richteten sich ausdrücklich solidarisch an die Belegschaft und griffen völlig zu Recht VW als einen der Hauptbetreiber des Ausbaus des Individualverkehrs an. Trotz der von der Polizei provozierten Sperrung der Ausfahrt vom Hauptparkplatz waren viele Kolleginnen und Kollegen solidarisch mit ihrem Anliegen.

 

Die MLPD steht vorbehaltlos auf der Seite der kämpferischen Umweltbewegung und der umweltbewegten Arbeiter und arbeitet intensiv an ihrer Stärkung.