Argument zu Corona

Argument zu Corona

Merkel und der Aufstand der Landesfürsten

Selten hat man Kanzlerin Angela Merkel so aufgewühlt erlebt, wie nach der Ministerrunde vom Montag. Mit Recht betonte sie sofortige Maßnahmen zur Eindämmung der dramatischen Entwicklung der zweiten Corona-Welle. Dagegen probten die Landesfürsten und -fürstinnen den Aufstand wie eine widerspenstige Schulklasse, die sich gegen eine Prüfung auflehnt.

Von wr

Merkel hat mit ihren ganzen internationalen Beziehungen einen etwas größeren Horizont und entsprechend mehr Einblick als die Landesregierungen, wohin die Entwicklung führen kann. Letztere bekamen von den jeweiligen Monopolen die Order, auf keinen Fall in die Rahmenbedingungen der Profitwirtschaft einzugreifen.

 

Nicht zufällig stehen an der Spitze der Widerspenstigen Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) aus dem Automobilland Baden-Württemberg und Armin Laschet (CDU) aus NRW.

 

Nun kann man der Kanzlerin nicht unterstellen, dass sie keine treue Dienstleisterin für die internationalen Monopole ist. Mit aller Macht ihrer Überzeugungskraft wollte sie diesen klar machen, dass eine Unterschätzung der Pandemie letzlich auch ihnen zum Nachteil gereicht. Corona ist eine "Jahrhundertherausforderung für die ganze Welt und für jeden Einzelnen", sagte sie am Dienstag, um 10.13 Uhr, im Corona-Live-Ticker. Unbestreitbar ist die Corona-Krise eine riesige Herausforderung. Aber diese einseitig gegenüber anderen, ungelösten Herausforderungen wie der Wirtschafts- und Finanzkrise, der drohenden Umweltkatastrophe, Flüchtlingskrise usw. heraus zu heben, offenbart wieder einmal, dass sie die führende Krisenmanagerin der Monopole ist. Denn nicht nur Corona, sondern die Abwälzung aller Krisenlasten durch den Imperialismus auf die Massen ist die größte Herausforderung der Zeit – für die Monopolpolitiker in der Form, das durchzusetzen, für die Massen, sich dagegen zu wehren und für die Perspektive einer befreiten Gesellschaft im Sozialismus einzutreten.