Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in SI

Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in SI

Starke Ketten der Solidarität!

"Bauen wir starke Ketten der Solidarität im Kampf gegen Abschiebungen auf!" So heißt die Arbeitshilfe, die der Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in SI bei seinem Bundessprechertreffen im September 2020 verabschiedet hat und jetzt öffentlich zur Verfügung stellt.

Arbeitshilfe
Starke Ketten der Solidarität!
Brutale Abschiebung (foto: Pro Asyl)

Was tun bei einer drohenden Abschiebung? Notwendiger denn je ist diese Arbeitshilfe, wie die Abschiebung von Amidou Keita aus Mali in Gelsenkirchen letzte Woche gezeigt hat.

 

2019 gab es 22.097 Abschiebungen. Mit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 wurden die Abschiebungen weitgehend eingestellt. Für Innenminister Horst Seehofer war das wohl zu viel Menschlichkeit, und trotz zweiter Corona-Welle wurden Abschiebungen seit Juli wieder aufgenommen. So gibt es alleine 429 Abschiebungen seit Juli 2020 nach dem Dublinabkommen.

 

Amidou wurde nach Neapel in Italien abgeschoben, wo Corona außer Kontrolle ist. Er wurde ausgesetzt, ohne Geld, ohne Sozialleistungen, ohne Unterkunft. Das ist die menschenverachtende Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Seehofer läßt nun sogar prüfen, ob Flüchtlinge und Asylbewerber nicht auch wieder nach Syrien abgeschoben werden können.

 

Der Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in Solidarität Internatioanal (SI) organisiert zusammen mit weiteren Bündnispartnern den Protest gegen diese reaktionäre Flüchtlingspolitik. So z. B. mit einer Demonstration in Leipzig, wo er gemeinsam mit dem Jugendverband REBELL unter dem Motto „Rebellion gegen Rassismus und Antikommunismus – Stoppt Abschiebungen!“ aufgerufen hatte.

 

Er organisiert aber auch die praktische Unterstützung im Kampf gegen Abschiebungen, wozu die Arbeitshilfe eine Unterstützung darstellt. Es heißt darin: "Bauen wir starke Ketten der Solidarität im Kampf gegen Abschiebungen auf. Es ist Bestandteil der reaktionären Flüchtlingspolitik der BRD, Abschiebungen zu verstärken. Bauen wir stärkere Ketten der Solidarität auf!

  • Die Betroffenen stehen im Mittelpunkt! Sie sind stärkster Trumpf, mit ihrer Person! Den je eigenen Fluchtgründen und Zielen. Er/sie selbst muss den Kampf aufnehmen wollen.
  • Wird eine Abschiebung angekündigt, gilt es, die konkrete Abschiebegefährdung möglichst exakt einzuschätzen. Wir helfen, für eine sofort nötige juristische Beratung die Dokumente geordnet vorlegen zu können.
  • Öffentlichkeitsarbeit ist Trumpf, sie beginnt sofort nach der ersten juristischen Absprache und hat vielseitige Möglichkeiten.
  • Solidarität ist Trumpf! Nur organisiert ist ein Kampf gegen eine Abschiebung möglich. Gründet ggf. einen örtlichen Freundeskreis Flüchtlingssolidarität, sucht Bündnispartner und Verbündete. Das können sein: Freunde, Jugendliche und Jugendverbände, Arbeitskollegen, Sportfreunde, Kirchengemeinden, Gewerkschaften, kämpferische Frauenorganisationen ...
  • Nicht jede Abschiebung kann verhindert werden. In jedem Land der Welt kann und muss der Kampf fortgesetzt werden, wir halten Kontakt!
  • Je nachdem in welches Land abgeschoben wird, klären wir vorher, ob persönliche Kontakte des Freundeskreis in dem Land, den Betroffenen empfangen können und für eine vereinbarte Zeit dort zunächst unter kommen, bzw. unterstützt werden können.

 

Hier steht die Arbeitshilfe zum Download zur Verfügung