Corona-Argument versus Hamburger Studie

Corona-Argument versus Hamburger Studie

„Teilung der Klassen durchsetzen – jetzt!“

„Teilung der Klassen durchsetzen – jetzt!“ Bis heute lehnen die Schulminister diese Forderung ab.

Von gos

Das spielt Russisches Roulette mit der Gesundheit von 11 Millionen Schülern in Deutschland. Und mehr noch: Wo Tag für Tag in Schulen so viele zusammenkommen, wie fast nirgendwo in der Gesellschaft, ist die Verbreitung des Coronavirus garantiert. Und zwar nicht nur unter den Schülern selbst!

 

Da kommt den Damen und Herren in den Regierungssitzen eine „Studie“ aus Hamburg wie gerufen. Mit nur schlecht unterdrücktem Jubel verkündet die Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung am gestrigen 19. November: „#CoronaHH - Hamburgs Schülerinnen und Schüler infizierten sich außerhalb der Schule offensichtlich vier Mal so häufig wie in der Schule - Schulbehörde wertet Corona-Daten aus, wissenschaftliche Studie soll folgen“. Alle Medien vom Spiegel über die FAZ bis zum NDR griffen diese Schlagzeile begeistert auf. Doch die Zeile: „Eine wissenschaftliche Studie soll folgen“ hätte sie warnen können. Denn die vorliegende Auswertung der Behörde erfasst nur 372 Schüler, die zwischen dem 4. August und dem 4. Oktober positiv getestet wurden. Zum einen begann die rasante Explosion der infizierten Schüler bundesweit erst danach. Zum anderen ist inzwischen allgemein anerkannt und bewiesen, dass der Verlauf von Corona bei Kindern oft mit viel weniger Symptomen verbunden ist, als bei älteren Menschen. Und getestet wurden ausschließlich die Kinder mit deutlich erkennbaren Symptomen; die, die sich zwar angesteckt haben, aber keine Symptome zeigten - die sogenannte Dunkelziffer - ist überhaupt nicht erfasst. Im Kleingedruckten – was von den Medien übergangen wurde – erklärt deshalb Schulsenator Rabe kleinlaut: „Denn es könnte sein, dass nicht alle schulinternen Infektionen erkannt wurden, weil einzelne Schüler keinerlei Symptome zeigten und gar nicht entdeckt wurden.“ Nur „einzelne Schüler“? Die meisten Studien gehen inzwischen von einer sechs- bis zehnfachen Dunkelziffer bei Schülern aus.

 

Außerdem: Im Oktober haben sich schon zehnmal mehr Schüler als im September angesteckt (news4teachers.de, 16.11.). Die Behörde kommt nicht an diesen vorliegenden aktuellen Fakten vorbei. Sie sagt: „So infizierten sich vom 20. Oktober bis 17. November 1708 Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte, das entspricht einem Anteil von 15,7 Prozent an den 10.871 Hamburger Corona-Fällen im gleichen Zeitraum. Dieser Anteil entspricht ziemlich genau dem Anteil der rund 290.500 Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigten an der gesamten Hamburger Bevölkerung von 15,3 Prozent.“ Unterm Strich: Schon ohne die Dunkelziffer mit den vielfachen Infektionen bei Schülern einzubeziehen, sind genauso viele Schüler usw. infiziert wie in der übrigen Bevölkerung. Das bedeutet also in Wirklichkeit genau das Gegenteil der Schlagzeile. Unter Einbeziehung der Dunkelziffer beweisen die Hamburger Zahlen, dass Schüler viel häufiger infiziert sind und Infektionen weiter geben als andere Teile der Bevölkerung. Deshalb gilt jetzt erst recht: Neben den AHA-Forderungen vor allem die sofortige Teilung der Klassen durchsetzen!