Covid-19

Covid-19

Was ist los auf den Intensivstationen?

Auf den Intensivstationen in Deutschland werden derzeit nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft 3500 Covid-19-Patienten behandelt. Inzwischen seien es 20 Prozent mehr als bei der ersten Welle im Frühjahr. Was steckt dahinter?

Korrespondenz

Abschließend kann man es sicherlich nicht sagen, aber folgende Gründe liegen zur Zeit auf der Hand: Zum einen liegen natürlich auch Patienten mit anderen Erkrankungen auf der Intensivstation. Zum anderen ist der Anstieg von Covid-Patienten rascher und ausgeprägter als im Frühjahr. Allerdings sehen wir im Krankenhausbereich einen jetzt schon höheren Anteil schwerkranker Patienten als in der Peak-Zeit im Frühjahr. Im Gegensatz zum Frühjahr stellen sich eindeutig mehr Patienten mit stationärer Aufnahmeindikation vor.

 

Jochen Niehus, Chefarzt der Inneren Medizin II des Krankenhauses Bethel in Berlin-Lichterfelde berichtet im Tagesspiegel, dass „aktuell viel mehr Patienten mit auffälligen Veränderungen der Lunge in die Klinik kommen als während der ersten Pandemiewelle im Frühjahr.“* Das verschärft das Hauptproblem des Fachkräftemangels in der Berufsgruppe der Pflegekräfte dramatisch. Pflegekräfte und Ärzte wehren sich zu Recht dagegen, die Versorgung von Patienten, die nicht aufgrund von Covid behandelt werden müssen, massiv einzuschränken aber, ob das bleiben kann, steht in den Sternen.

 

Deutschland hat - verglichen mit allen anderen Ländern Europas -eine gute Bettenreserve. Aber man muss auch sagen, dass die freien Betten nur physisch irgendwo in einer Ecke oder im Keller existieren. Es gibt weder genügend Ärzte noch Pflegepersonal, um darin Patienten zu versorgen. In Niedersachsen weist das Gesundheitsministerium Pflegekräfte jetzt sogar per Verordnung an, bis zu 60 Stunden in der Woche zu arbeiten. Dafür gibt es noch nicht einmal einen finanziellen Ausgleich! Damit die Fachkräfte, die inzwischen dem Beruf den Rücken gekehrt haben, zurückkommen, ist eine sofortige Reduzierung der Arbeitszeit auf maximal 30-Stunden in der Woche bei vollem Lohnausgleich notwendig! Das kann nur organisiert durchgesetzt werden.

 

Bereits im Frühjahr machten wir dazu umfassende Vorschläge, das kann man hier nachlesen.