Verlogene Kampagne gegen Minister Müller

Verlogene Kampagne gegen Minister Müller

Wenn ein Minister einmal etwas Wahres sagt …

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller sprach sich am 13. November gegen eine Monopolisierung neuer Corona-Impfstoffe durch wenige führende imperialistischen Länder aus. Er warnte vor „nationalem Egoismus“ bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen. Er forderte, dass „die globale Solidarität nicht auf der Strecke bleiben“ dürfe.

Von pw

Gerade die ärmsten Länder mit schwachen Gesundheitssystemen seien auf eine rasche Versorgung mit Impfstoffen angewiesen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. „Corona besiegen wir nur weltweit oder gar nicht.“

 

Die Rache folgte auf dem Fuße. Am 15. November trat die Bild eine Schmutzkampagne gegen ihn los. „Völlig abgehoben“ sei Müller, er nehme „seine Frau gern im Regierungsflieger mit auf Dienstreise“. Das Ministerium von Müller konterte: "Im Falle der Begleitung des Ministers durch die Ehefrau bezahlt diese alle anfallenden Reisekosten, Visa-, Hotel-, Flug- und Verpflegungskosten selbst.“

 

Bild weiter: „Nach Afrika ließ er sich Schwarzbrot einfliegen“. Müller dazu: „Woher der Vorwurf stammt, ich habe Schwarzbrot extra nach Afrika einfliegen lassen, kann ich mir nicht erklären“, so Müller. „Das trifft jedenfalls nicht zu.“ Kurz darauf legte die Bild nach: Angeblich ungewöhnliche Beförderungen im Ministerium, Müller widerspricht.

Warum aber fährt die Bild so eine Kampagne? Es ist schlicht politische Rache!

Am 7. April 2020 sagte Müller nämlich: „Flüchtlingslager auf Lesbos - Minister Müller: 'Es ist eine Schande!'“ Schon früher hieß es über ihn: „Müller gegen mehr deutsches Militär-Engagement weltweit“ (05.07.2014)

 

Im September 2020 hatte Müller seinen Rückzug aus der Bundespolitik angekündigt – und ist seitdem mit noch mehr kritischen Äußerungen aufgefallen.

 

Natürlich muss man wissen, dass er ein CSU-Mann ist, der an die potentiellen Segnungen der deutschen und EU-Entwicklungspolitik glaubt. Und er hat sich schon so einige rassistische Entgleisungen geleistet. Und man kann ihm zutrauen, Getreue auf Kosten der Steuerzahler höherzustufen. Aber wo er Recht hat, hat er recht!

 

Man sollte auch nicht immer alles glauben, was die Bild schreibt. Das tut in dem Fall dagegen die Junge Welt, die am 16. November schrieb: “Da muss schon was dran sein, wenn Springer einen CSU-Mann fallenlässt.“ Das nennt man Vorverurteilungsjournalismus mit den Springer-Medien als Kronzeugen.