Flüchtlinge

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Würdiges Gedenken am Totensonntag

„Kümche“ – das heißt „Gedenken“.

Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in SI
Würdiges Gedenken am Totensonntag
(rf-foto)

Jede Kultur hat ihre eigene Art, zu trauern und der Toten zu gedenken. Gemeinsam ist allen das Bedürfnis, Trauer zu verarbeiten. Wir Flüchtlinge und Einheimische wollen zusammen der Toten solidarisch gedenken, die durch Flucht, Folter, die Hölle des Mittelmeers, durch ein marodes Gesundheitssystem in den jeweiligen Ländern ... ums Leben kamen. Wir laden ein, zu berichten, zu gedenken, zu Musik und wärmenden Getränken.

Alassa Mfouapon:

Schon in dem Buch „Jetzt reden wir – Dokumentation des Tribunals ‘Angeklagt'“ schreibt der Flüchtlingsleader und Sprecher des Freundeskreises Flüchtlingssolidarität in SI, Alassa Mfouapon: „Die heutigen Flüchtlingsströme sind eine einzige Anklage gegen die Unfähigkeit des heute herrschenden Weltsystems, einer wachsenden Masse der Weltbevölkerung ein menschenwürdiges Leben zu gewähren. Die Migration hat jedoch die Zivilisation der Menschheit erst ermöglicht. … Auf der Flucht werden wir in verschiedenen Ländern – so in Libyen – wie Sklaven behandelt, eingesperrt und die Frauen werden systematisch vergewaltigt. In den Gefängnissen Libyens wurden viele unserer Freundinnen und Freunde misshandelt, und einige starben aufgrund der Folter. Andere wurden erschossen. Die Flucht vor diesen Zuständen durch Wüste und Mittelmeer kostete schon Zehntausende das Leben. Unsere Verletzungen und Krankheiten werden nicht behandelt, auch in Italien interessiert das nicht. Die elenden Verhältnisse in Italien sind auch ein Grund, warum viele in andere Länder weiter fliehen. Die EU-Dublin-III-Verordnung ist ein Gesetz, das grundlegende demokratische Rechte und Freiheiten nicht respektiert. Jeder Mensch soll das Recht haben, in dem Land, das er wählt, Asyl zu suchen.“

Wann und Wo?

Das Gedenken findet am Sonntag, den 22. November, (Totensonntag), um 17 Uhr im Hof des Jugendzentrums Che, an der Rennbahn 2, in Gelsenkirchen-Horst statt.

 

Die Veranstaltung findet unter strikter Berücksichtigung der Corona-Regeln statt, und die Durchführung entspricht Paragraf 13 der Corona-Verordnung NRW.

 

Hier gibt es den Flyer zum Gedenken

 

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