Tübingen

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Solidaritätskundgebung für Angeklagten im "Technologypark-Prozess"

In Tübingen entsteht ein Technology-Park – mit dabei natürlich amazon.

Korrespondenz

Für schlappe € 500.000 überlässt die Stadt dem Investor das Grundstück. In der Gemeinderatssitzung vor zwei Jahren war gegen dieses Vorhaben demonstriert worden: „Diese Firmen haben zu viel Macht“, so ein Untersuchungsbericht des US-Repräsentantenhauses über die großen Player der digitalen Ökonomie, darunter Amazon.

 

Doch das wollten die Ratsherren und -frauen samt OB Palmer natürlich nicht hören. Der Strafbefehl: 50 Tagessätze à € 30,- zzgl. Anwalts- und Gerichtskosten für die Störung der Ratssitzung. Zum Revisionsprozess gegen einen der Teilnehmer am 25.11. waren über 80 solidarische Demonstranten gekommen, um ihre Solidarität zu zeigen und Freispruch zu fordern. Ins Gericht rein durften nur fünf Personen.

 

Vor dem Gericht gab es eine Kundgebung. In mehreren Beiträgen – untermalt von einer Combo mit Banjo und Trompete – war die unheilvolle Verquickung von amazon und der Kriegsindustrie aufgezeigt worden: mit dieser Technologie entscheidet ein Rechner blitzschnell, welche Waffen- und Todesart die angemessenste sei. Wissenschaft solle nicht für Industrie, Überwachung und Krieg da sein, sondern für die Interessen der Menschen, so die Forderung vieler Teilnehmer.

 

Und wir konnten in einer halben Stunde acht Unterschriften für die Wahlzulassung sammeln. Auch für den Aufruf „Gib Antikommunismus keine Chance!“ konnten wir mehrere Unterschriften, sogar aus dem antiautoritären Umfeld, bekommen. Das Urteil soll am 2. Dezember verkündet werden.