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50.000 Postkarten der Daimler-Beschäftigten als Zeichen des Protests an den Vorstand übergeben

Um 6.45 Uhrzeit wurde von Vertretern der Betriebsrats- und IG-Metall-Führung vor dem Weihnachtsbaum des Mercedes-Museums, Wäschekörbe mit über 50.000 Postkarten symbolisch an den Daimler-Vorstand übergeben. Anlass dafür war, dass dort heute der Aufsichtsrat tagt. Diese Aktion sei nur für die Medien angesetzt, weshalb auf eine Veröffentlichung im angrenzenden Stammwerk und Mobilisierung bewusst verzichtet wurde, so der Untertürkheimer Betriebsratsvorsitzende Michael Häberle im persönlichen Gespräch. Die Übergabe der Postkarten an den Vorstand sei nicht als ein Höhepunkt der Kampagne „Solidarität gewinnt!“ geplant gewesen.

Von wb
50.000 Postkarten der Daimler-Beschäftigten als Zeichen des Protests an den Vorstand übergeben
Daimler-Kollegen bei einem anderen Protest in Sindelfingen (rf-foto)

Um so wichtiger war es, dass einige Kolleginnen und Kollegen von „Offensive Metaller“ (OM) und Aktivisten des Solidaritätskreises „Motor der Solidarität mit dem Kampf der Daimler-Kollegen“ mit Transparenten und Schildern da waren, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. Als Stimmen der Basis wurden sie deshalb gerne von einigen Journalisten interviewt.¹

 

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Brecht zeigte sich beeindruckt vom Protest der Beschäftigten, den sie mit den Sprechstunden der Betriebsräte und anderen Aktionen organisiert hatten und was mit Produktionsstillständen verbunden war. Dieser Druck sei eine wichtige Unterstützung für die Verhandlungen mit dem Vorstand, weshalb er gute Dinge sei, gemeinsame Lösungen zu finden. Der Bezirksleiter Roman Zitzelsberger machte deutlich, dass die Kolleginnen und Kollegen um ihre Zukunft kämpfen. Dieser Schwung müsse auch für die Tarifauseinandersetzung genutzt werden.

 

Auf die Frage einer Reporterin, ob der Umstieg auf den elektrischen Antrieb nicht viele Arbeitskräfte koste, wich er aus. „Wir brauchen hier mehr Investitionszusagen für neue Produkte“. Nicht äußern wollte sich Zitzelsberger gegenüber Rote Fahne News zur Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die interviewten Daimler-Kollegen von OM vertraten dagegen: „Wir brauchen jetzt die Verkürzung der Arbeitszeit mit vollem Lohnausgleich und Ersatzarbeitsplätze, vor allem bei der Produktion der Brennstoffzelle. Dazu braucht es die Kraft der Arbeiter.“ Und: „Wenn hier 2000 Arbeiter da gestanden hätten, würde sich mehr bewegen!“. Es ist jetzt wichtig, dass die Erfahrungen der letzten Tage von den Kolleginnen und Kollegen, sowie Vertrauensleuten auf Pausenversammlungen oder Gruppengesprächen verarbeitet werden.

 

Auch müssen dazu einige Fragen geklärt werden, wie die Frage Umwelt und Arbeitsplätze oder die des Streikrechts. Im Sinne der früh morgens verteilten Kollegenzeitung Die Stoßstange, wo es hieß: „Heute ist erst der Anfang! Konzernweiter unbefristeter Streik!“