Covid-19-Pandemie

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58 Infektionen in Fleischfabrik – keine Topnachricht!

Am 30. Oktober hörte ich morgens im Sender „NDR Info“ die Nachricht, dass in der Fleischfabrik Blömer in der Nähe von Grimmen in Mecklenburg/Vorpommern bei 58 Arbeiterinnen und Arbeiter eine Covid-19-Infektion festgestellt wurde, bei einem Drittel der Belegschaft.

Korrespondenz aus Lübeck

Die meisten infizierten Arbeiter kommen – wie üblich - aus Osteuropa, sie wohnen angeblich nicht in Massenunterkünften. Herr Blömer erklärte gegenüber dem NDR, er habe sein Hygienekonzept mit den Behörden abgestimmt. Also trotz Hygienekonzept so viele Infektionen! Die ersten Fälle waren nach einem Bericht der Ostseezeitung schon eine Woche vorher aufgetreten, ohne dass entschiedene Schutzmaßnahmen ergriffen wurden.

 

Um die Fleischfabriken ist es in letzter Zeit nach den hohen Infektionen bei Tönnies ruhig geworden. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verkündete letzte Woche stolz ein Gesetzesvorhaben zum Schutz der Arbeiter in Fleischfabriken. Wir können also beruhigt sein? Nein, können wir gar nicht!

 

Zu denken sollte uns geben, dass die Meldung aus Grimmen nicht unter die Top-Themen der überregionalen Nachrichten kam. Wir hätten ja dann die Frage gestellt, ob die krank machenden Zustände in den Fleischfabriken wirklich behoben sind. Und wir würden fragen, ob nicht viele Covid-19-Infektionen in Betrieben auftreten. Wenn über solche Fälle wie in Grimmen allenfalls regional berichtet wird, ist das Ausdruck einer Manipulation der öffentlichen Meinung. Kanzleramtsminister Braun versuchte uns letzte Woche im Heute-journal des ZDF wieder einzureden, die Hauptquelle der Infektionen seien die privaten Kontakte. Und das, nachdem die Kanzlerin behauptete, 75 Prozent der Infektionswege seien nicht nachvollziehbar.