Gelsenkirchen

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Auch an seinem 200. Geburtstag ist Engels den Herrschenden noch gefährlich!

130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten in Gelsenkirchen eine gelungene Premiere des neuen Films zu Friedrich Engels aus der Reihe „Dem Antikommunismus keine Chance – wie aktuell sind die Klassiker des Marxismus-Leninismus?“

Von ms
Auch an seinem 200. Geburtstag ist Engels den Herrschenden noch gefährlich!
Gabi Fechtner und Peter Römmele eröffnen die Versammlung in Gelsenkirchen (rf-foto)

90 Teilnehmer waren es in der Horster Mitte und 40 weitere verfolgten die Live-Übertragung der Versammlung im nahegelegenen Arbeiterbildungszentrum. Das Interesse an der Filmpremiere war zweifellos noch viel größer, aber wegen Corona mussten Obergrenzen der Teilnehmerzahlen eingehalten werden. So verfolgten viele die Aufführung und anschließende Diskussion via Livestream von zu Hause.

 

Peter Römmele, Landesvorsitzender der MLPD Nordrhein-Westfalen, und Gabi Fechtner, Parteivorsitzende der MLPD, begrüßten die Gäste. Gabi Fechtner ordnete die Bedeutung des neuen Films in die Massenauseinandersetzung um eine gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus ein. Um die sozialistische Perspektive zu verunglimpfen, setze der Antikommunismus darauf, dass viele Menschen wenig Kenntnisse über die von Marx und Engels gelegten wissenschaftlichen Grundlagen des Sozialismus haben. Die MLPD setze deshalb darauf, eine Bewegung zu organisieren, die genau darüber informiert und gegen die antikommunistischen Lügen und Verdrehungen in die Offensive geht.

 

Gabi Fechtner hob hervor, dass Friedrich Engels ein Meister der Polemik war. Diese wird heute, etwa bei Wikipedia, oft als unsachlich diskreditiert, als ginge es nur darum, „die eigene Meinung durchzusetzen“. Als wissenschaftliche Methode dient sie jedoch dazu, den Klassenstandpunkt zu schärfen und den Leuten zu helfen, sich zu entscheiden – was angesichts der heutigen Massenmanipulation unter anderem mit Fake-News wichtiger denn je ist.

 

Gabi Fechtner und Peter Römmele dankten noch dem Filmteam, in dem erfahrene Filmemacher eng mit Auszubildenden der Mediengruppe Neuer Weg zusammengearbeitet haben. Es war nicht einfach, die vielen Themen und Fragen im Zusammenhang mit Engels in 60 Minuten Film zu packen. Umso wichtiger, das in vielen Diskussionen weiter zu vertiefen, sich selbst einen Eindruck von Engels‘ Werken zu verschaffen und sich mit den Schlussfolgerungen der MLPD auseinanderzusetzen, die den Marxismus-Leninismus schöpferisch auf die heutige Zeit anwendet.

 

Gespannt folgten die Teilnehmer der Aufführung des Films. Vor der anschließenden Pause berichtete Gabi Fechtner von verschiedenen undemokratischen Unterdrückungsversuchen der Aktivitäten zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels. Auf Empörung stieß insbesondere der Versuch des Gelsenkirchener Gesundheitsamts, die Live-Übertragung im Arbeiterbildungszentrum zu räumen, obwohl es wegen der Einhaltung der Corona-Schutzbestimmungen überhaupt nichts zu beanstanden gab. Der konstruierte Vorwand, die Versammlung sei nicht angemeldet worden, konnte schnell widerlegt werden. Es war schlicht nicht notwendig. Die Vertreter des Gesundheitsamts, das wegen bürokratischer Willkür und völliger Überlastung seit Wochen in der Kritik steht, mussten unverrichteter Dinge abziehen. „Auch 200 Jahre nach seiner Geburt ist Engels für die Herrschenden noch gefährlich“, so Gabi Fechtner. Einstimmig verabschiedeten die Teilnehmer am Ende des Abends unter anderem dazu noch eine Protestresolution.

 

In der lebendigen Diskussion kamen zahlreiche Redebeiträge zu verschiedensten Aspekten des Lebenswerks von Friedrich Engels, der antikommunistischen Propaganda dazu und zum neuen Film. Viele gratulierten der MLPD zu diesem tollen Beitrag, würdigten ihn als erfreulichen Gegenpol zu antikommunistisch geprägten Sendungen, die zu Engels in den Medien kamen, wo die Rolle von Engels teilweise auf die des „Finanziers von Marx“ reduziert wird. Industriearbeiter berichteten von Diskussionen über die Aktualität der Lehren von Engels, zum Beispiel seiner dialektischen Auffassung des Kampfs um Reformen als Schule des Klassenkampfs. Antikommunistische Paradigmen wie die der angeblichen „Ideologiefreiheit“ wurden einer grundsätzlichen Kritik unterzogen. Andere zogen Schlussfolgerungen für die notwendige Selbstveränderung. „Hart kämpfen“ und „streng denken“ erfordere heute auch, mit einer Unterschätzung der weltanschaulichen Befähigung Schluss zu machen. Man bekomme durch den Film richtig Lust, mehr Engels zu lesen.

 

Teilnehmer fassten ihre Eindruck in Kurzinterviews so zusammen: „Der Film war sehr interessant und sehenswert. Engels war eine große Persönlichkeit und das wird sehr gut ins Bewusstsein gerückt.“ „Ich habe diese Zusammenhänge bisher so nicht gekannt.“ „Ich habe etwas Neues gelernt über Engels. Der Film hat sehr gut klargemacht, dass Engels nicht nur derjenige war, der Marx Geld gab. Er war selbst ein großer Revolutionär und hat die Theorie des wissenschaftlichen Sozialismus weiterentwickelt, unter anderem zur Frage der Dialektik von Mensch und Natur.“

 

Die Versammlung endete gebührend mit Geburtstagsgrüßen in elf Sprachen und dem Vortrag der „Internationale“.