Corona

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Hausarztbesuch im Altenheim

Ich erkundige mich nach dem „Corona update“: „Zur Zeit sind wir alle clean, kein Corona im Haus“, berichtet eine Altenpflegerin. „Na ja, wie sicher man das so sagen kann“, ergänzt sie einschränkend. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben sich seit Monaten alle erdenkliche Mühe, um sich selbst und die Bewohner, die ja durchweg zur Risiko- bzw. Hochrisikogruppe gehören, zu schützen. Und darauf sind sie mit Recht stolz!

Korrespondenz aus Duisburg

Schnell sind wir bei den Corona-Schnelltests als Methode zur Erhöhung der Sicherheit bei Besuchen von Angehörigen und Freunden, zur schnellen Erfassung von Ansteckungsgefahren und zur Durchbrechung von Infektionsketten. In NRW sollen seit Anfang November bis zu 30 Tests pro Bewohner und Monat möglich sein. Soweit, so gut, soweit die Theorie. Dafür ist aber kein zusätzliches Personal vorgesehen, sondern die Pflegekräfte in den Heimen sollen diese Aufgabe zusätzlich übernehmen - einschließlich der Logistik, Dokumentation usw. Wie soll das funktionieren? Viele Pflegedienstleitungen schlagen Alarm, die Personalkapazitäten reichen schon jetzt vorne und hinten nicht. Wie sagte eine Altenpflegerin?: „Ich kann doch nicht mit der rechten Hand den Schnelltest durchführen und mit der linken Hand den Po abputzen!“ Wie wahr!

 

Die Forderung nach Unterstützung und natürlich nach Einstellung, Ausbildung, Mobilisierung von Tausenden von Pflegekräften braucht viel mehr Nachdruck! Das darf trotz bzw. gerade in der angespannten Lage nicht aus dem Blick geraten.

 

Und dann das Thema Impfung. „Wie soll das gehen? Wer spricht mit den Bewohnern und klärt sie auf? Was ist mit den Demenzkranken, mit deren Angehörigen und Betreuern beraten werden muss? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das mobile Impfteam, das ins Haus kommen soll, sich für Jeden die nötige Zeit nehmen kann.“ Wir sind uns einig, dass diese am Schreibtisch ausgedacht, bürokratische Impfstrategie so nicht durchführbar ist. Das derzeitige Herumgeeiere aus dem Gesundheitsministerium lässt nichts Gutes erwarten!

 

Die Beratung, Durchführung und Überwachung von Impfungen ist doch eine ureigene hausärztliche Aufgabe. Wir kennen die Patienten, können das Risiko sowohl in Bezug auf die Erkrankung als auch mögliche Impfrisiken einschätzen und Fragen beantworten. Die Forderung nach Einbeziehung der Hausärzte in die Impfstrategie ist deshalb vollkommen richtig, nicht nur für die Altenheime.