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Schillerschüler in Bochum „streikten“ für Online-Konzepte

Die Schüler der Schillerschule in Bochum sind vorgestern nicht zum Unterricht gekommen.

Korrespondenz aus Bochum

Sie „streikten“ gegen die Corona-Politik des Präsens-Unterrichts in großen Klassen, während die Kontaktbeschränkungen immer weiter verschärft wurden.

 

Mit ihrem Boykott setzten die Schüler des Schiller-Gymnasium ein Zeichen. Sie forderten ein Recht auf Präsens- und Online-Unterricht, um ihre Gesundheit und die ihrer Familien zu schützen. Die Schüler blieben zu Hause - wenn möglich - und nahmen am Unterricht per Computer teil. Dazu äußerte sich der Schulsprecher Abdelbari Shniba: "Regelmäßiges Stoßlüften und "Maskenpausen" seien unzureichend. Auch dutzende Begegnungen mit zum Teil direktem Kontakt würden keinen Sinn machen, wenn auf der anderen Seite Kontakte im privaten Umfeld strikt beschränkt werden".

 

Für Schüler, die anderweitig keine Betreuung haben und daher zur Schule gehen müssen, waren die Lehrer in den Klassen präsent. Dieser Boykott richtet sich an alle, die die Weigerung der Regierung, die Klassen zu halbieren und auf halb Präsens- und halb Digitalunterricht, umzustellen, womit dann auch die notwendigen Abstände eingehalten werden könnten, kritisieren. Aber die Regierungspolitik ist rein danach ausgerichtet, dass die Eltern weiterhin uneingeschränkt arbeiten gehen können - Hauptsache, die Wirtschaft läuft und die Profite stimmen!

 

Während ein Verstoß gegen die Maskenpflicht z. B. in Bahnhöfen zu Recht mit 150 Euro Bußgeld geahndet wird, kräht kein Hahn nach den Arbeitsbedingungen unter Corona in Betrieben und bei Dienstleistern! Nur selten wird dort kontrolliert. Beim nächsten Mal würden es viele Aktivistinnen und Aktivisten sicher begrüßen, wenn  die Schüler der Schillerschule Mahnwache oder andere Aktionen an und vor der Schule durchführen würden. Hier wäre es dann möglich - auch unter Corona-Bedingungen - die Meinung der Bevölkerung zu diesem Thema zu hören, z. B. mit einer Diskussion am offenen Mikrofon.

Die MLPD fordert in ihrer Pressemitteilung vom 1, November unter anderem:

"Die Regierungsbeschlüsse sind ein jugendpolitischer Skandal. Die Profite der Monopole sollen geschützt werden, während unsere Kinder schlecht geschützt in vollgestopften Bussen und Klassenzimmern sitzen! Es gibt immer mehr Studien, die Schulen und Kitas sogar als ganz besondere Zentren der Infektionsübertragung ausmachen. Wir fordern: Halbierung der Klassen mit täglichem, reduziertem Präsenzunterricht im Schichtsystem. Heranziehung von Lehramts- und Pädagogik-Studierenden mit entsprechender Vergütung. Regelmäßige kostenlose Schnelltests für Lehrer, Schüler und Erzieher. Ausstattung der Schulen und Kitas mit Luftreinigern sowie Fenstern, die man öffnen kann. Wir brauchen sichere Schulwege: Deutlich mehr Schulbusse und Einhaltung der maximalen Fahrgastzahl, Ausbau des ÖPNV durch Intensivierung der Taktzeiten, Schaffung neuer Stellen!"

 

Hier geht es zur kompletten Pressemitteilung!