Lesbos

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Wohin fließen die Caritas-Gelder?

Jordanis Georgiou schrieb in seinem letzten Bericht, dass die Menschen im Lager Kara Tepe sagen: "Wir sind in Europa und wir wissen und haben es selbst auf Facebook gesehen, wie Millionen für Moria gesammelt wurden. Wo ist dieses Geld, das fragen alle Leute hier."

Thomas Osten Sacken
Wohin fließen die Caritas-Gelder?
Kinder und Erwachsene voller Bildungshunger (foto: Solidarität International)

Der Bericht ist hier auf Rote Fahne News zu lesen.

 

Der Flüchtlingshelfer Thomas Osten Sacken hat sich Gedanken zu dieser Frage gemacht und zugestimmt, dass sie auf Rote Fahne News veröffentlicht werden (Auszüge):

 

"Was macht eigentlich die Caritas Österreich, die im Frühjahr Moria vor Corona retten wollte, und dann mit 40.000 Rollen Klopapier erschien, die niemand brauchte? Das habe ich mich heute Morgen gefragt, nachdem man seit einem Monat so gar nichts von ihr gehört hat, da nämlich waren zwei ihrer Mitarbeiter auf Lesbos, um sich ein "Bild vor Ort" zu machen und mit den über 1,5 Millionen so richtig loszulegen, die man gesammelt hatte. Alleine 850.000 nach dem Brand via Facebook.

 

Seitdem: Schweigen. Auf der Homepage in Österreich nichts mehr auf der Startseite, man muss auf der suchen, bis man den Eintrag findet. Aha: Ein paar Plastikplanen wurden gekauft, Movement on the Grund beim Bau von Essensverteilungen geholfen - das Essen stammt eh vom Militär - und einer anderen Organisation etwas Geld gegeben.

 

Ok, mit gutem Willen waren das nicht mehr als 50.000 Euro, mit Gehältern, Admincosts und was sonst so alles anfällt vielleicht 75.000 (denn ca 30 Cent pro gespendetem Euro bleibt ja so eh hängen). Für GANZ Griechenland wurden laut Caritas Angaben 450.000 ausgegeben ... in den letzten zehn Monaten, das sind ca. 50% eines Facebook-Calls aus dem September, nicht etwa der Summe, die insgesamt mit Moria eingeworben wurde.

 

Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Geschätzt dürften auf allerlei Konten von NGOs so um die drei Millionen, wenn nicht mehr, rumliegen, die mit Bildern aus Moria gesammelt wurden, und zu Recht fragt man sich hier: Wo ist eigentlich all das Geld? Warum gibt es noch immer keine Duschen etc.?

 

Lesbos ist der ganze Betrieb im Kleinen, aber leider funktioniert er auch im Großen genau so und es wäre höchste Zeit, dass Menschen, die mit besten Absichten spenden, anfangen, kritisch und nachdrücklich zu fragen, was eigentlich mit ihren Geldern so passiert. Stattdessen benehmen sich viele, als sei "ihre" NGO eher ein Rockstar, dem man für jedes Post ein Like zu geben und ansonsten die Treue zu halten hat.

 

Bei der Caritas wurde nachgefragt, und zwar immer wieder, irgendwelche befriedigenden Antworten kamen seit Mai keine und nun scheint man sich entschlossen zu haben, das Kapitel "Moria" einfach von der Startseite zu verbannen. Auch eine Lösung. PS: Man kann es auch einfacher formulieren. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich maximal 12.500 Menschen in Moria. Hätte man jedem einen Anteil der 850.000 einfach in die Hand gedrückt, es hätte enorm geholfen und wäre super gut angekommen."

 

Im Unterschied zu den mehr als zweifelhaften Praktiken der Caritas und anderer NGOs ist Solidarität International eine wirkliche Solidaritäts- und Hilfsorganisation. Der Solidaritätspakt zwischen SI in Deutschland und der Selbstorganisation der Flüchtlinge und der einheimischen griechischen Bevölkerung auf Lesbos lebt!