Neue Antriebstechnologien

Neue Antriebstechnologien

Der Konkurrenzkampf auf Basis neuer Technologien ist voll entbrannt

Am 17. Oktober wurde im Zusammenhang mit dem Umweltkampfprogramm der MLPD auf "Rote Fahne News" nachgewiesen, dass eine Umstellung der Antriebe auf Grundlage von 100 Prozent erneuerbarer Energien möglich ist.

Von dr
Der Konkurrenzkampf auf Basis neuer Technologien ist voll entbrannt
Ein Bus mit Wasserstoffantrieb in Frankreich (foto: snoopy 31 (CC BY-SA 4.0))

Das Umweltministerium will zur Umsetzung der europäischen Erneuerbaren-Energie-Richtlinie (RED II) in Deutschland Mindestmengen an erneuerbaren Energien für den Verkehrssektor festlegen, um so die Vorgabe der EU zur Senkung der Treibhausgasemission um 40 Prozent gegenüber 1990 bis 2030 zu erreichen. In einer gemeinsamen Erklärung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) und des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbandes (DWV) kritisierten diese die zu starke Prägung des Referentenentwurfs durch VW und die Konzentration auf Batterie-elektrische Mobilität. VW als größtes Mitglied des VDA hat sich von der Stellungnahme distanziert.

 

Die Erklärung fordert eine Quote von 23 Prozent erneuerbarer Kraftstoffe, mit einer Mindestquote von Wasserstoff und E-Fuels, wie synthetische Kraftstoffe in Höhe von fünf Prozent, die von der Energiesteuer befreit sind. Dies ist alles andere als ambitioniert, um den Gesamt-CO2-Ausstoß sofort drastisch zu senken, da danach fossile Kraftstoffe zu 77 Prozent weiter in schädlichen Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommen.

 

Dessen möglichst langen Erhalt fordern alle Autokonzerne einschließlich VW, auch wenn sie sich noch so umweltfreundlich geben. Die Debatte unter den Auto- und Mineralölkonzernen ist davon getrieben, wie sie unter den veränderten Rahmenbedingungen im kapitalistischen Konkurrenzkampf um das Verkehrswesen zusätzliche Höchstprofite realisieren können.

Streit um unterschiedliche Strategien

Große Teile des VDA, wie z. B. BMW und Bosch und die Zulieferer, die Verbrenner-Komponenten herstellen, setzen auf E-Fuels und damit auf eine lange Überlebenschance, der Verbrennungsmotoren mit einer modifizierten Technologie. Zusätzlich versprechen sie sich gute Gewinne und Fördergelder im Rahmen der Politik der Regierung zur globalen führenden Wasserstoff-Nation. Die Unterschiede in der Technolgiestrategie bedeutet aber keinesfalls, dass VW umweltfreundlicher wäre, da der größte Teil der VW-E-Autos aus Hybridmodellen besteht, die weiterhin den Verbrennungsmotor konservieren, von der ganzen Problematik der Batterien und Rohstoffe mal abgesehen. Der geringere Arbeitsaufwand für Elektroautos mit weniger Arbeitern steigert massenhaft die Ausbeutung.

Wasserstoff und E-Fuels – um was geht es?

Die Projekte setzen auf Wasserstoff als Grundstoff, der in der Natur nahezu unendlich vorhanden ist und außerdem klimaneutral hergestellt werden kann. Da Wasserstoff per Elektrolyse von Wasser mithilfe von regenerativem Strom freigesetzt wird, reden Wissenschaftler hier von "strombasierten Kraftstoffen" bzw. von E-Fuels oder Power-to-X. Die direkten Nutzung von Wasserstoff oder über eine Brennstoffzelle ist durchaus eine sinnvolle Möglichkeit.

Synthetische Kraftstoffe - keine Alternative!

Die Entwicklung und Herstellung unterschiedlichster synthetischer Kraftstoffe zielt darauf ab, bestehende Antriebssysteme in Schiffen, in Fahrzeugen und Flugzeugen zu erhalten und Schweröl, Benzin/Diesel und Kerosin mit synthetischen Kraftstoffen zu mischen oder diese zu ersetzen. Kein Wunder, wenn ausgerechnet die Mineralölindustrie sich dafür stark macht. Grundsätzlich wird damit aber die Verbrennung kohlenstoffhaltiger Stoffe weiter betrieben. Auch wenn sie eine bessere CO2-Bilanz als Benzin/Diesel haben, entstehen trotzdem Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und Ruß bei der Verbrennung im Gegensatz zur reinen Wasserstoffverbrennung. Sie sind damit keine echte Alternative.

 

Neue Antriebstechnologien sind möglich und können den Verbrennungsmotor als einen Hauptfaktor der Umweltzerstörung ablösen, unter kapitalistischen Bedingungen entfalten sie neue destruktive Wirkungen. Ein Verkehrssystem, das das Bedürfnis der Menschen nach Mobilität und Arbeit befriedigt und im Einklang mit der Natur und sinnvollen Bedürfnissen in der Konsumption, Produktion und dem kulturellen Leben steht, erfordert aber eine grundlegende Umgestaltung der ganzen Gesellschaft und die Überwindung des Kapitalismus. Die Kämpfe um umweltschonende Technologien und Produktionsverfahren müssen deshalb als Schule des aktiven Widerstands und des Klassenkampfs geführt werden