Solingen

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Firma Borbet: Erfolgreicher Warnstreik-Beginn – trotz Bestechungsmanöver

„Für wie blöd halten sie uns denn? Damit können sie uns doch nicht kriegen.“ Mit solchen Worten machten sich beim Warnstreik des Solinger Alu-Räderwerks am Abend des 9. Dezember Borbet-Kollegen über ihre Chefs lustig.

Von cg
Firma Borbet: Erfolgreicher Warnstreik-Beginn – trotz Bestechungsmanöver
Borbet in Solingen (vom Korrespondenten bei einem Rundflug "geschossenes" Handy-Foto)

Stolz und lachend standen sie auf dem Parkplatz, debattierten und berichteten: Nach eigenen Aussagen folgten 90 bis 95 Prozent der Spätschicht-Kollegen dem Streikaufruf der IG Metall und verließen um 20 Uhr statt zum üblichen Schichtende um 22 Uhr ihren Arbeitsplatz.

 

Die zwei in manchen Fragen gespalteten größten Betriebsratsgruppen waren sich darin einig, das verschlechterte Schichttarifmodell der Geschäftsleitung abzulehnen. Auch waren beide empört über die provokative Taktik der Borbet-Chefs, Verhandlungen mit der IG Metall bisher zu verweigern. Daher hatten sie gemeinsam den Warnstreik organisiert. Ein wichtiger Schritt der Arbeitereinheit.

 

Vergeblich hatten Vorgesetzte vorher versucht, die Kollegen zu bestechen: Wenn sie nicht früher rausgingen, bekämen sie 100 Euro. So hieß es am Dienstag. Als niemand anbiss, wurden am Mittwochabend die „Angebote“ bei einzelnen Kollegen auf bis zu 250 Euro erhöht – aber nur mündlich, wie ein Kollege höhnisch bemerkte. „Morgen bieten sie uns 500!“, lachte ein anderer. „Aber darauf fallen wir nicht rein. Die holen das doch nachher locker wieder rein...“

 

Wir von der MLPD waren als einzige solidarische Kraft pünktlich vor dem Tor – früher als üblich, aber regelmäßig - wie seit Jahrzehnten. Ein Kollege meinte erstaunt: „Heute braucht ihr nicht kommen, da ist Streik.“ „Eben drum sind wir da“, war unsere Antwort. Und wir gaben ihm das rasch erstellte Flugblatt mit dem Text aus Rote Fahne News vom Dienstag: „Vorwärts mit der Arbeiteroffensive – Für die Zukunft der Jugend“.

 

„Euer Streik heute ist Teil der Arbeiteroffensive auch vieler anderer Belegschaften...“, erklärten wir. „Ja, da habt ihr recht!“, meinten einige stolz. Und ein Teil der kämpferischen Kollegen und Betriebsräte unterschrieb bewusst gegen alle Spaltungsmanöver auch die Erklärung „Gib Antikommunismus keine Chance!“.