Repression

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Rodung im Dannenröder Wald forderte mehrere Schwerverletzte

Die Rodung im Dannenröder Wald wurde mit einem massiven und brutalen Polizeieinsatz durchgesetzt. Im Verlauf der fünfwöchigen Räumung sorgte der Polizeieinsatz für mehrere Schwerverletzte und gefährdete Menschenleben durch durchgeschnittene Sicherungsseile und Rodungen in direkter Nähe zu Menschen. ... In dem Einsatz verwendete die Polizei auch Taser, deren Einsatz schon auf dem Boden lebensgefährlich, in großen Höhen aber unverantwortlich ist.

Von Rote Hilfe

Bei der Räumung agierte die Polizei mit äußerster Brutalität. Bei der Räumung einer Blockade am 20. November wurde ein Aktivist bewusstlos geschlagen und schwer verletzt. Immer wieder verhinderte die Polizei den Zugang von Sanitäterinnen und Sanitätern zu den Verletzten und erschwerte regelmäßig die Berichterstattung der Presse und die politische und zivilgesellschaftliche Beobachtung. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) spricht von 33 Fällen von Einschränkungen in der Pressearbeit und vier körperlichen Angriffen und Schlägen gegen Journalistinnen und Journalisten. Eine kirchliche Beobachterin wurde bei einem Polizeieinsatz so schwer verletzt, dass sie sich ins Krankenhaus begeben musste. Bei Minustemperaturen wurde darüber hinaus mehrmals ein Wasserwerfer gegen Aktivist*innen und Umstehende eingesetzt. ...

 

Die Rote Hilfe kritisierte die Sonderhaftbedingungen für die Menschen, die im Zusammenhang mit Protesten gegen die Rodung des Dannenröder Walds inhaftiert sind, bereits mehrfach. Trotz längst abgelaufener Corona-Quarantäne mussten viele Gefangene weiter 23 Stunden täglich allein in Isolation verbringen. Auch die Kontakte von und nach Draußen wurden massiv erschwert. Mitgeschickte Fotos und Briefmarken wurden nicht ausgehändigt, Telefonate mit Anwälten verhindert und Briefe, Zeitungen und Bücher zurückgehalten. Zudem wurden den Gefangenen eigene vegane Mahlzeiten verweigert. ...

 

Anja Sommerfeld, Mitglied im Bundesvorstand der Rote Hilfe e.V., zeigt sich schockiert über die Brutalität und Rücksichtslosigkeit, mit der die Rodung gegen alle Widerstände durchgesetzt wurde. „Es ist nur großem Glück zu verdanken, dass der brutale Polizeieinsatz im Dannenröder Wald keine Todesopfer gefordert hat. Mitten in einer Pandemie wurde ein gewalttätiger und rücksichtsloser Polizeieinsatz gefahren, der mit erschreckender Systematik Menschenleben gefährdete.“ ...