Covid-19

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Schüler in Nordsachsen machen sich Gedanken zu Corona

Im Landkreis Nordsachsen sind die Corona-Fallzahlen hoch, wie in anderen Landkreisen Sachsens auch. Um so schlimmer ist es, dass die Maßnahmen zum einen auf einen zu kleinen Bereich angewendet sind und zum anderen kaum bekannt sind. Ich gehe auf das Gymnasium in Delitzsch, eine Kleinstadt in Nordsachsen. In meinem Jahrgang auf der Schule wurde ein Schüler, aus einer Parallelklasse, positiv auf Corona getestet. Er wurde, gemeinsam mit seiner und einer halben anderen Klasse, in Quarantäne gesteckt. Meine Klasse, in der ein paar Leute mit ihm zusammen Lateinunterricht haben, wurden weder in Quarantäne gesteckt, noch wurden wir getestet.

Korrespondenz aus Delitzsch
Schüler in Nordsachsen machen sich Gedanken zu Corona
(grafik: gemeinfrei)

In unserer Klassengruppe auf WhatsApp entfachte sich eine Diskussion, wie man den Gesundheitsschutz besser gewährleisten könnte. Als ich vorgeschlagen habe, etwas zu unternehmen, um unsere Ideen umzusetzen, schlug die Stimmung um und die meisten meinten, dass wir nichts erreichen würden und wir es deshalb nicht versuchen müssen.

 

Im letzten Ethik-Unterricht dann sollten wir, in Vorbereitung auf eine Debatte, die wir als Ethikunterrichts-Klasse führen sollen, ein Bild malen, das zeigt wie wir uns die Zukunft vorstellen. Die meisten Bilder fielen negativ aus. Die Lehrerin meinte, dass wir uns doch politisch engagieren sollten, wenn uns die Voraussicht der Zukunft nicht gefällt. Ich meldete mich auch zu Wort und habe meine Meinung geäußert. Ich meinte ungefähr: „Man muss sich natürlich organisieren, um etwas zu erreichen, aber gleichzeitig wird sich nichts ändern, solange wir die bürgerlichen Parteien in den Regierungen haben.

 

Wir hatten in Sachsen für Schülerinnen und Schüler zwei Klimakonferenzen, bei denen unglaubliche 54 Thesen von den Schülern beschlossen wurden. Nichts wurde umgesetzt!“ Ich bekam Zustimmung, Gelächter und „Halt-Dein-Maul“-Rufe. Die, die lachten, kamen nach dem Unterricht zu mir und sagten mir, dass sie mich wählen würden, wenn ich mich zur Wahl stellen lassen würde. Diese Reaktionen zeigen, dass der größte Teil der Jugend etwas ändern möchte, aber sich zu schnell unterkriegen lässt. Das ist der Punkt, wo wir, in Nordsachsen vor allem ich, anknüpfen müssen, um die Massen vom REBELL und der MLPD überzeugen zu können, um gegen den Antikommunismus zu kämpfen und sie vom echten Sozialismus, als einzige gesellschaftliche Perspektive, zu überzeugen.