Corona

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Covid-19 und Erfahrungen mit einem Gesundheitsamt in Thüringen (Teil 1)

Mitte November hatte ich mich mit Covid-19 infiziert. Ich kann bis heute nicht sagen, wie dies passiert ist, leichtsinnig war ich jedenfalls nicht. Nachdem ich starkes Fieber bekommen hatte, unter starker Erschöpfung und weiteren Symptomen litt, ließ ich mich beim Hausarzt testen. Vier Tage danach rief mich das Gesundheitsamt an und teilte mir kurz mit, dass ich positiv getestet worden bin. Ich müsste mich in Quarantäne begeben, wozu ich auch noch einen schriftlichen Bescheid bekommen würde.

Von einem Korrespondenten

Das Verfolgen von Infektionsketten hatte das Gesundheitsamt zu diesem Zeitpunkt offenbar schon aufgegeben, denn Fragen zu Kontakten gab es nicht. Die Mitarbeiterin meinte, wenn ich ernste Atemprobleme bekommen würde, sollte ich die Feuerwehr (112) oder den ärztlichen Notfalldienst anrufen, um mich ins Krankenhaus bringen zu lassen. Das wars.

 

Auch wenn die meisten Menschen die an Covid-19 erkranken, nicht ins Krankenhaus müssen, ist eine ärztliche Betreuung und Stärkung der Immunabwehrkräfte auf jeden Fall zu empfehlen. Dazu hatte mir der Hausarzt allerdings nichts gesagt, für ihn war die Sache mit der Durchführung des Tests erst einmal erledigt. Acht Tage lang ging das hohe Fieber, trotz fiebersenkender Tabletten nicht runter und ich lag die meiste Zeit völlig erschöpft auf der Couch. Das war eine neue, sehr unangenehme Lebenserfahrung für mich.

Warum wird nicht mehr getestet?

Gemeinsam mit meiner Frau hatten wir jedoch sofort überlegt, mit wem ich in der fraglichen Zeit Kontakt hatte und wen ich vielleicht infiziert haben könnte. Diese wurden von uns alle informiert und ihnen empfohlen zum Arzt zu gehen und sich selbst testen zu lassen. Sie erhielten jedoch durchweg die Auskunft, dass ein Test nur durchgeführt würde, wenn sie selbst offensichtliche Symptome aufweisen. Statt die Testungen zu fördern, wird aus Kostengründen und um die Statistik der Infektionszahlen niedrig zu halten, sehr restriktiv damit umgegangen. Das schränkt natürlich auch die Möglichkeit einer genaueren Analyse der hauptsächlichen Infektionsorte ein. Selbst meine Frau bekam vom Gesundheitsamt erst einen Termin für eine Woche später. Das widerspricht doch völlig dem, was notwendig ist, um mögliche Infektionsketten zu unterbrechen.