Corona

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„Ohne Symptome kein Test“ – verantwortungslose Praxis der Gesundheitsämter

Systematische und kostenlose Massentests fordert die MLPD in ihrem Sofortprogramm schon seit Monaten.

Korrespondenz aus Mülheim an der Ruhr

Wie sinnvoll und notwendig das ist, um Covid-19-Infektionen zu verhindern, und wie die tatsächliche Praxis der Gesundheitsämter aussieht, wurde mir durch die Schilderung eines Kollegen aus einem Mülheimer Großbetrieb deutlich vor Augen geführt.

 

In seiner Abteilung waren sieben Kollegen infiziert und mussten in Quarantäne. Trotzdem veranlasste die Geschäftsleitung keine weiteren Tests und ließ weiterarbeiten, als wäre nichts geschehen. Der Kollege rief daher beim Gesundheitsamt an, schilderte die Lage und bat darum getestet zu werden. Die Antwort: Ob er denn Symptome habe? Nein? Dann sei eine Testung auch nicht notwendig. Die Kollege gab sich damit nicht zufrieden, sondern ging zu seinem Hausarzt, der ihm eine Überweisung zum Testen ausstellte. Das Ergebnis: Er war positiv!

 

Hätte er sich auf die Aussage des Gesundheitsamts verlassen, hätte er das Virus unerkannt weiter verbreiten können. Das ist leider kein Einzelfall. Die Methode „Ohne Symptome kein Test“ ist nach wie vor gängige Praxis der meisten Gesundheitsämter und in höchstem Maße verantwortungslos. Ganz nebenbei dient sie den verantwortlichen Politikern dazu, die tatsächlichen Inzidenzwerte zu verschleiern und die Ablehnung notwendiger Schutzmaßnahmen zu rechtfertigen.

 

So erklärte die Mülheimer Stadtverwaltung die Ausstattung der Klassenräume mit Luftfiltern für überflüssig. Laut Westdeutscher Allgemeiner Zeitung (WAZ) vom 8. Dezember unter anderem mit der Begründung, die Infektionszahlen der Schüler seien rückläufig, die Quote würde momentan ja nur 0,3 Prozent betragen. Bei dieser Testpraxis kein Wunder, denn bei Kindern und Jugendlichen verläuft Covid-19 ja meistens symptomfrei.