Leserbrief an die UZ

Leserbrief an die UZ

Kritiker auf Abwegen

Anfang Dezember veröffentlichte die Zeitung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), „Unsere Zeit“ (UZ), eine Buchkritik mit der Überschrift: „Widerstand auf Abwegen“.

Sie behandelt das Buch von José Maria Sison und Rainer Werning: „Ein Leben im Widerstand. Gespräche über Imperialismus, Sozialismus und Befreiung“ (Verlag Neuer Weg, Essen 2019). Der „UZ“-Autor ist Rüdiger Göbel. Dazu dokumentieren wir einen Leserbrief, den die „UZ“ nicht abgedruckt hat (Auszüge).

 

Göbel zollt dem philippinischen Befreiungskampf und der großen Rolle von J. M. Sison Anerkennung. … So weit, so gut. Doch etwas schmeckt Herrn Göbel nicht: Es ist „Sisons durchgängige These“ von der Restauration des Kapitalismus in Russland und China. „China hat sich vollständig in ein kapitalistisches Land verwandelt und zu einer imperialistischen Macht entwickelt.“ Es scheint gerechtfertigt zu sein, den US-Imperialismus zu bekämpfen, aber bitte nicht Russland und China.

 

Mehr oder weniger trickreich hat Göbel den obigen Satz nicht vollständig zitiert: „China hat sich vollständig in ein kapitalistisches Land verwandelt und zu einer imperialistischen Macht entwickelt und weist die wirtschaftlichen Merkmale des von Lenin definierten Imperialismus auf. Was das fünfte Merkmal betrifft, nämlich den Abschluss der weltweiten Ausbreitung des Kapitalismus und den darauf folgenden Kampf um die Neuaufteilung der Welt unter den imperialistischen Mächten, so sind die Philippinen direkt mit dem chinesischen Expansionismus konfrontiert: China setzt sein überschüssiges Kapital und Militär ein, wodurch die souveränen Rechte der Philippinen im Westphilippinischen (Südchinesischen) Meer verletzt werden.“ (S. 55)

 

An weiteren Stellen wird der chinesische Expansionismus dargestellt (S. 166): „Gestützt auf seinen sogenannten wirtschaftlichen Aufstieg und seine erhöhte militärische Stärke, beansprucht China das Eigentumsrecht an 90 Prozent des Südchinesischen Meeres und beraubt die Philippinen und andere südostasiatische Länder ihrer ausschließlichen Wirtschaftszonen und erweiterten Festlandssockel, die ihnen nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) zustehen."