Umwelt

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„Greenwashing“ von "Nord Stream 2"

Im zwischenimperialistischen Streit zwischen der EU und den USA um die Erdgasleitung „Nord Stream 2“ hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern jetzt eine landeseigene „Stiftung für Klima- und Umweltschutz“ zur Fertigstellung der russischen Pipeline gegründet. Ex-Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), ist der neue Vorstandschef der Stiftung. Mit ihr soll der Weiterbau der Pipeline gegen US-Sanktionen geschützt werden.

Korrespondenz aus Rostock
„Greenwashing“ von "Nord Stream 2"
Bild von der Fridays-for-Future-Aktion (rf-foto)

„Damit – in Ergänzung zu der vom Land vor allem engagiert vorangetriebenen Wind- und Solarenergie – in den nächsten Jahren die am wenigsten klimaschädliche Brückentechnologie Gas zur Verfügung steht“, so Sellering in der Ostsee-Zeitung (OZ) vom 13. Januar.

 

Doch Erdgas wird nicht deshalb „grün“, weil Sellerring es zum „kleineren Übel“ erklärt. Denn mit dieser „Brückentechnologie“ wird über viele Jahrzehnte zementiert, dass weiter fossile Energie nach Europa fließt und zu CO2 verbrannt wird, was selbst dem Erreichen des völlig unzureichenden 1,5-Grad-Ziels der Pariser Klimakonferenz zuwiderläuft.

 

Dass es der SPD-Landesregierung bzw. Sellering nicht um Umwelt- oder Klimaschutz geht, gibt Sellering selbst zu, wenn er gegenüber der OZ erklärt: „Bei den Sanktionen geht es erkennbar in erster Linie um die Umsetzung von Macht- und Wirtschaftsinteressen.“ Um genau die geht es aber auch Sellering. Deshalb steht auch die Vereinigung der Unternehmerverbände Mecklenburg-Vorpommerns voll hinter „Nord Stream 2“ und der SPD-Landesregierung.

 

Echter Klimaschutz sieht anders aus! Er ist nur mit radikalen und einschneidenden Maßnahmen zur vollständigen Ersetzung fossiler Brennstoffe durch regenerative Brennstoffe bis 2030 zu erreichen, wie es die MLPD in ihrem Klimaschutzprogramm fordert. Deshalb müssen sowohl die Fertigstellung von „Nord Stream 2“ und der Bau von Flüssiggas-Terminals in deutschen Häfen für amerikanisches „Fracking“-Gas konsequent abgelehnt und das „Greenwashing“ des Erdgases als „Brückentechnologie“ entlarvt werden!

 

Die Bewegung Fridays for Future (FFF) in Mecklenburg-Vorpommern protestierte völlig zu Recht am Dienstag in Lubmin und Schwerin vor der Staatskanzlei gegen die Stiftung und die Pipeline: „Dass die Landesregierung ausgerechnet mit einer „Klimaschutzstiftung“ den Ausbau der Pipeline Nord Stream 2 vorantreiben möchte, klingt wie ein schlechter Scherz“, so eine der Aktivistinnen bzw. Aktivisten. Recht hat sie.