Corona

Corona

Impfchaos und seine Ursachen

Zur Zeit arbeiten eine Reihe Impfzentren nicht, oder reduziert. Nordrhein-Westfalen hat sie bis zum 8. Februar geschlossen. Aktueller Grund sind verzögerte Lieferungen von Biontech/Pfizer. Obwohl Deutschland bis Mitte Januar 2,1 Mio. Impfdosen erhielt, sind bis heute erst 1,7 Millionen Menschen geimpft - trotz 440 bereitstehender Impfzentren. Neben bürokratischer Desorganisation sind fehlende Impfstoffmengen der Hauptgrund für die Impfpanne.

Von dr
Impfchaos und seine Ursachen

Deutschland weit abgeschlagen in der Impfquote

Bis heute sind Israel mit 38, die Vereinigten Arabischen Emirate mit 23 und Bahrein mit 8,5 Impfungen pro 100 Einwohner Rekordhalter im Impfen. Es folgen Großbritannien mit 8, die USA mit 5,3 und dann weit abgeschlagen mit 1,7 Deutschland hinter mehreren europäischen Ländern.

Imperialistischer Konkurrenzkampf massiv entbrannt

Mit einer nationalistischen Einkaufspolitik, Notzulassungen und staatlich finanzierter hoher Einkaufspreise rangeln die imperialistischen und neuimperialistischen Regierungen um die knappen Impfstoffmengen und um die Gunst der Pharmakonzerne. Die Tatsache, dass es insgesamt zu wenig Impfstoff gibt, wird in den bürgerlichen Medien kaum infrage gestellt. Hier zeigt sich das grundlegende Problem der Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Produktion von Impfstoffen als Ware und als imperialistisches Machtinstrument.

Impfstoffproduktion mit monopolkapitalistischem Kalkül

Die Arbeiten zur Erweiterung der Kapazitäten wurden von den Pharmafirmen erst zu einem Zeitpunkt begonnen, als ersichtlich wurde, dass ihr Impfstoff wirkt und dass Profite winken. Um einen deutlich größeren Teil der mindestens 10 Milliarden notwendigen Impfstoffdosen in schnellerer Zeit zur Verfügung zu stellen, hätte z. B. Biontech/Pfizer mindestens mit einem anderen großen Impfstoffhersteller vorzeitig zusammenarbeiten müssen. Der Patentschutz und die kapitalistische Konkurrenz mit ihrer Zersplitterung in über 240 Projekte verhinderte das. Ein sozialistischer Staat hätte vorsorglich mit seiner Planwirtschaft die Kapazitäten und Logistik rechtzeitig aufgebaut und dafür mit anderen sozialistischen Staaten kooperiert. In vereinigten sozialistischen Staaten der Welt hätte die gesamte Forschung und Produktion in einem planmäßigen internationalen Verbund organisiert werden können.

Kampf um Märkte und Einfluss entbrennt auf neuer Stufe

Biontech/Pfizer, Moderna (mRNA-Impfstoff) und AstraZeneca (Vektorvirus-Impfstoff) wollen 2021 5,3 Milliarden Impfdosen herstellen. Damit kann ein Drittel der 7,6 Milliarden Menschen der Erde geimpft werden. Johnson&Johnson/Janssen (USA) prüfen gerade ihren Vektorvirus-Impfstoff, das Gamaleya-Institut (Russland) hat bereits Notzulassungen für seinen Vektorvirus-Impfstoff in Russland, Argentinien und Guinea und führt Prüfungen durch. CanSino Biologics (China) hat eine Notzulassung für seinen Impfstoff, der ebenfalls auf einem Vektorvirus basiert, in China und prüft ihn in Brasilien.

Covid-19 - neuartig, gefährlich, besiegbar!

Wesentlich erweiterte 3. Auflage - 14 Euro

Fundierte Aufklärung - gegen Verharmlosung und Panikmache gleichermaßen

Jetzt bestellen

ebook bestellen

Ergänzungen als ePDF

Letztere Firmen und ihre Regierungen setzen mit ihren Prüfungen vor allem in neuimperialistischen und ärmeren abhängigen Ländern darauf, dort zügige Marktzulassungen und politischen Einfluss zu erhalten und damit die Konkurrenz aus den hergebrachten westlichen imperialistischen Ländern auszuschalten. Konzentriert wird der Kampf um Brasilien - mit der Erprobung von fünf internationalen Impfstoffen - ausgefochten, wo sich die Pharmamonopole über den kostenlosen und verbreiteten Gesundheitsdienst SUS Profite erwarten. In Russland sind bereits 1,2 Milliarden Dosen bestellt.

Imperialistischer Konkurrenzkampf mit Lügen und Attacken

Nachdem Präsident Waldimir Putin den Impfstoff Sputnik V großmäulig als ersten weltweit zugelassenen Impfstoff deklarierte, reißen berechtigte Kritiken aber auch unfaire Attacken nicht ab. Abzulehnen ist, dass ein Impfstoff eine Zulassung erhält, bevor ausführliche Studien an Zehntausenden Probanden erfolgten, was derzeit aber passiert. Abzulehnen sind Attacken von Wissenschaftlern, die versuchen, eine russische Publikation in der renommierten Fachzeitschrift Lancet mit Fälschungsunterstellungen madig zu machen, obwohl diese von internationalen Experten begutachtet wurde. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass Sputnik V, das auf Adenoviren basiert, offensichtlich wirkt – aller Medienpropaganda der imperialistischen Mächte zum Trotz.  Auch bei dem klassisch aus Totviren bestehenden Impfstoff von Sinopharm aus China zeichnet sich eine Wirksamkeit ab. Auch Biontech/Pfizer und Moderna veröffentlichten ihre Ergebnisse erst über Pressemitteilungen. Alle Pharmakonzerne müssen verpflichtet werden, ihre Daten umfassend und öffentlich zur Verfügung zu stellen.

Impfstoffproduktion muss im höchstmöglichen Umfang schnell hochgefahren werden

Dazu muss der Patentschutz aufgehoben werden, eine sofortige staatlich und international koordinierte Massenproduktion der besten Impfstoffe erfolgen. Davon war gestern auf der Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der EU nichts zu hören. Die Impfstoffe müssen zügig verteilt, auch auf arme Länder, und der Impfprozess durch Auf- und Ausbau des öffentlichen Gesundheitswesens und internationale Freiwillige unterstützt werden.

Zügiges Impfen der Bevölkerung im Hausarztsystem

Für die Impfdosen und Verteilung stellt die Bundesregierung 2,7 Milliarden Euro bereit. Die Länder müssen die Personal- und Sachkosten tragen, insbesondere die teuren Mieten von Hallen, Betriebskosten, Personal und Logistik vor Ort. Bislang haben die einzelnen Bundesländer dafür Gelder von 30 Millionen (kleine Länder) bis 300 Millionen eingeplant. Diese teure und bürokratische Organisation ist unsinnig. Stattdessen schlägt die MLPD vor, hauptsächlich auf bewährte Hausarztstrukturen zurückzugreifen, ergänzt durch Betriebsärzte und Klinikpersonal. Es wird immer wieder behauptet, das ginge nicht, weil der Biontech/Pfizer Impfstoff bei minus 70 Grad Celsius gelagert werden muss. Er kann aber fünf Tage im Kühlschrank lagern, was völlig ausreichend wäre.¹

 

Ganz abzulehnen ist, dass die Bundeswehr die Militarisierung der Gesellschaft durch die Bereitstellung von derzeit 10.000 Soldaten vorantreibt. Sie lässt sich die Auslagen (außer Sold) noch bezahlen.

 

Wer sich umfassender informieren und gegen die Corona-Pandemie kämpfen will, dem sei das Sofortprogramm der MLPD empfohlen und das Buch „Covid-19 – neuartig, gefährlich, besiegbar!“ von Dr. Günther Bittel und Dr. Willi Mast. Es erscheint gerade in aktualisierter und deutlich erweiterter dritter Auflage. Es ist in der Corona-Pandemie ein wichtiges kritisches, fortschrittliches und fundiertes Standardwerk zur Aufklärung über das Virus - und wie es bekämpft werden muss - geworden. Es wird 14 Euro kosten. Die Käufer der nun vergriffenen ersten beiden Auflagen können gegen 3 Euro eine Erweiterungsdatei kaufen, und ihr Buch damit selbst auf den neuesten Stand bringen. Das Buch und die Erweiterungsdatei kann unter vertrieb@neuerweg.de oder telefonisch unter 0201 25915 bestellt werden.