Winterberg

Winterberg

Invasion

In den Tagen nach Weihnachten kam es im Hochsauerland und besonders in Winterberg zu einer noch nie dagewesenen Invasion von "Besuchern", die rodeln wollten.

Korrespondenz

Die Staus von teilweise über 40 Kilometer wurden vor allem durch die vorherrschenden SUVs, Mercedes und BMWs verursacht. An Corona-Regeln hielt sich niemand, kein Abstand, keine Masken, weit mehr als 50 Leute am Stück. Darüber hinaus brachten viele ihren Weihnachtsmüll mit, entsorgten ihn unterwegs oder legten ihn einfach in Winterberg ab.

 

Entlang den Rodelpisten überall Fäkalien, aber auch in Vorgärten, Hauseingängen oder auf der Straße - das wahre Ausmaß wird erst sichtbar, wenn der Schnee geschmolzen ist. Gnadenlos wurden Einfahrten, Garagen und Rettungswege zugeparkt, sogar beim Krankenhaus. Rettungswagen kamen nicht mehr durch oder wurden sogar gezielt behindert. Ordnungskräfte, Polizisten und Sanitäter wurden teilweise bespuckt.

 

In der Bevölkerung herrscht Empörung über den neureichen Mob, aber auch über das zögerliche und lasche Vorgehen von Behörden und Polizei. Die Drohung mit Geldstrafen stieß bei den begüterten Gästen allgemein nur auf ein müdes Lächeln. Dabei hätten nur vier Streifenwagen genügt, die Zufahrten nach Winterberg abzusperren, was dann nach sechs Tagen endlich durchgeführt wurde.

 

Die kleinbürgerliche Denkweise (Egoismus und Selbstsucht) im Zusammenspiel mit Profitgier war von Anfang an maßgeblich an der Ausbreitung der Pandemie beteiligt. Jetzt wird sie sozusagen zur "materiellen Gewalt". Sie muss entschieden bekämpft werden. Dabei ist aber klar, dass die kleinbürgerliche Denkweise im Kapitalismus immer wieder hervorbricht. Erst im Sozialismus kann sie in einem langwierigen Prozess zurückgedrängt und schließlich überwunden werden.

 

Anmerkung der Rote Fahne Redaktion

Die hier geäußerte Kritik ist völlig berechtigt. Allerdings gab es in dieser Zeit zum Teil in den Medien eine Berichterstattung, die alle, die in dieser Zeit in den Schnee wollten, und sei es nur um einen einsamen Waldspaziergang zu machen, als Verantwortlich für Corona-Ausbrüche machte. Nun sind Waldspaziergänge, so sie im erlaubten Rahmen ablaufen, alles, aber keine Super-Spreader-Events. Diese Art der Berichterstattung ist deshalb genauso zu kritisieren, wie die in dieser Korrespondenz geschilderten unmöglichen Vorgänge.