MLPD Nürnberg

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MAN: Keine faulen Kompromisse!

Der Kreis Nürnberg - Erlangen - Fürth der MLPD hat ein aktuelles Flugblatt zur Arbeitsplatzvernichtung bei MAN herausgegeben: "Für die Zukunft der Jugend! Kampf um alle Werke und um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!"

Von Flugblatt
MAN: Keine faulen Kompromisse!
An verschiedenen Standorten von MAN, wie hier in Salzgitter, wurde schon im letzten Jahr gegen die Arbeitsplatzvernichtung protestiert (rf-foto)

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

Erinnert euch – es war der MAN-Vorstand, der das Kriegsbeil gegen uns ausgegraben hat: Angekündigt wurde die Vernichtung von 9500 Arbeitsplätzen im Konzern, allein 1300 in Nürnberg! Zudem sollten drei Werke geschlossen werden (Steyr, Wittlich, Plauen). Wittlich bleibt, die beiden anderen sollen verkauft oder geschlossen werden.

 

Es ist keine zwei Jahre her, dass der Vorstand uns den Horrorkatolog Namens „OPEX“ (September 2018) auf den Tisch legte und drohte reihenweise Betriebsvereinbarungen zu kündigen. Diesen Angriff zog der Vorstand nach unserem Protest wieder zurück und es wurde die „berühmte“ Standort- und Beschäftigungssicherung bis 2030 abgeschlossen. Diese hielt keine zwei Jahre (Kündigung September 2020). Jetzt hat der Vorstand die „Absicht“ erklärt (mehr ist das Eckpunktepapier nicht), dass er erneut bis 2030 betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, wenn wir den Abbau von „nur“ 3500 Arbeitsplätze in Deutschland und weiteren 2200 in Österreich bis 2022 akzeptieren. Damit sollen wir doch nur beruhigt werden, damit MAN den weiteren Abbau vorbereiten kann. Wer glaubt die Kapitalisten geben Ruhe, wenn wir einige Arbeitsplätze freiwillig und kampflos aufgeben, der täuscht sich. Die Vernichtung von Hunderttausenden Arbeits- und Ausbildungsplätzen steht an, nur wer kämpft kann gewinnen.

 

Sollen wir uns freuen, wenn es die deutschen Werke nicht so hart trifft wie die Kollegen in Steyr/Österreich? In Nürnberg sollen „nur“ 400 Arbeitsplätze abgebaut werden. Ob in Deutschland oder Österreich, hinter jedem steht eine Familie - wir sind ein Konzern, eine Belegschaft. Im Kampf für unsere Arbeitsplätze gilt: Wir lassen uns nicht spalten; weder in Alt und Jung, noch in verschiedene Standorte und Länder. Wir Arbeiterinnen und Arbeiter haben gemeinsame Klasseninteressen und die machen nicht halt am Werkstor oder an der Ländergrenze. Von September bis November haben wir gezeigt, dass wir kampfbereit sind.

 

Was wäre erst möglich, wenn wir unsere ganze gewerkschaftliche Kampfkraft in die Waagschale werfen? Wenn wir „den Laden richtig lahm“ legen, wie viele gefordert haben. Wir haben in den Abteilungen gewerkschaftliche Strukturen und einen gut organisierten Vertrauenskörper. Dass die Produktion im Januar wieder voll angelaufen ist, zeigt, dass MAN uns braucht!

 

Der Druck auf uns Kollegen wird mit dem faulen Kompromiss nun zunehmen: Viele müssen „freiwillig“ gehen, damit angeblich für andere Platz ist. Das wird auch zur Leistungsverdichtung führen, etliche werden versetzt werden, Gruppen werden auseinandergerissen ... Einige wären vielleicht auch froh, wenn sie gehen können, weil sie den Druck nicht mehr aushalten. Es ist eine Schande, dass die meisten Arbeiter und Angestellten es nicht normal ins Rentenalter schaffen, weil es von der Regierung auch auf Wunsch der Bosse auf 67 Jahre angehoben wurde. Altersteilzeit, Abfindungen mit „Turboprämie“ oder eine Weiterbildung sind individuelle Lösungen, welche es für den Einzelnen erträglicher machen.

 

Aber die Arbeitsplätze sind für die Zukunft verloren und wir bezahlen uns diese „Lösungen“ durch Lohnverzicht selbst. Gerade der zukünftigen Generation, der Jugend, sind wir es schuldig, eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Was ist das für ein Zukunftstarifvertrag, der ausgerechnet die Ausbildungszahlen reduziert?

 

Es ist nicht zu akzeptieren, dass sich die Arbeiter und Angestellten der Profitlogik des MAN/VW-Konzern unterordnen. Kein fauler Kompromiss! Die MLPD-Betriebsgruppe fordert: Einsatz der vollen Kampfkraft der Belegschaft! Konzernweiter Kampf für alle Werke! Keine Kürzung bei der Jugend
– für die unbefristete Übernahme aller Azubis!

 

Hier gibt es die komplette Presseerklärung als gestaltetes Flugblatt (pdf)