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Vollständiger Lockdown jetzt: Warum und Wie?

Die MLPD fordert einen sofortigen, auf zwei bis drei Wochen konzentrierten, sehr weitgehenden Lockdown des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland, einschließlich Büros, Betrieben, Logistik und Schulen. Dazu gibt es brennende Fragen: Warum ist das notwendig? Wie soll es aussehen? Im Interview mit "Rote Fahne News" antwortet Dr. Günther Bittel.

Interview mit Dr. med. Günther Bittel
Vollständiger Lockdown jetzt: Warum und Wie?
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Rote Fahne News: Warum ist es notwendig, jetzt einen sofortigen, konsequenten, konzentrierten Lockdown zu fordern?
Dr. Günther Bittel: Wir haben zwar einen langsamen Rückgang der Siebentage-Inzidenz, die am 27. Januar 2021 zum ersten Mal wieder bundesweit knapp unter 100 lag. Das ist aber ein viel zu langsamer Rückgang. Durch die deutlich reduzierten Tests werden die Zahlen auch beschönigt. Und durch die rasche Ausbreitung der um 70 Prozent infektiöseren Virus-Mutanten droht bereits jetzt schon die „dritte Welle der Infektion“, die in Südafrika bereits eingetreten ist. Nur durch eine drastische Einschränkung der Virusübertragungen kann hier energisch dagegen gehalten werden, alles andere ist grob fahrlässig und setzt Leben und Gesundheit von tausenden Menschen aufs Spiel. Also müssen auch die Übertragungen in Großbetrieben, Großraumbüros, in Massenverkehrsmitteln, Kitas und Schulen konsequent gegen Null gedrückt werden. Viele Familien sind mit den Nerven am Ende, es zieht sich endlos hin, was schon im Herbst durch harte entschlossene Maßnahmen hätte geregelt werden können. ...

 

Rote Fahne News: Welche energischen Maßnahmen müssen darüber hinaus eingeleitet werden?
Dr. Günther Bittel: Die Impfstoffproduktion muss schnell hochgefahren werden und die Impfangebote müssen auf Arztpraxen ausgedehnt werden. Die Zeit des konzentrierten Lockdowns erfordert, dass eine breite Struktur für massenhafte kostenlose Tests aufgebaut wird von den Betrieben bis zu Schulen und Heimen. In dieser Zeit müssen auch betriebliche und schulische Konzepte des Gesundheitsschutzes unter Beteiligung der Betroffenen ausgearbeitet und entsprechende Veränderungen durchgesetzt werden. Dazu gehören auch die Sonderpausen für Arbeit mit FFP-Masken. Die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend kostenlosen FFP2- oder KN95-Masken muss laufen. Die Gesundheitsämter müssen massiv verstärkt und mit angemssenen digitalen Tools ausgerüstet werden, um die Kontaktverfolgung wieder aufnehmen zu können. Ebenso müssen die Kleingruppen für die Schüler- und Kinderbetreuung mit Neueinstellungen und ehrenamtlichen Kräften organisiert werden. Es muss ja dann richtig weitergehen!

 

Das vollständige Interview wird im nächsten Rote Fahne Magazin abgedruckt - hier bestellen - am besten gleich im Abo!