Dresden

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„Wohnungsverlierer" durch Corona

Die Verbindung von Weltwirtschafts- und Finanzkrise mit der Corona-Pandemie hinterlässt durch Kurzarbeit, Entlassung usw. bereits vielfältige Spuren im Leben und in den Haushalten von Millionen Menschen.

Korrespondenz

Bereits im Dezember 2020 warnte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) davor, dass es 2021 zusätzliche „Wohnungsverlierer“ geben wird. Sprich: Menschen, die sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten können!

 

Robert Feiger, Vorsitzender der IG BAU, kritisiert die Wohnungspolitik der Bundesregierung: „Im Schnitt der letzten fünf Jahre ist die Zahl der Sozialwohnungen in Deutschland um mehr als 43.000 pro Jahr gesunken. Rein rechnerisch verschwinden damit pro Stunde fünf Sozialwohnungen vom Markt – alle zwölf Minuten eine. Der Bestand wird wohl zum Jahresende 2020 bundesweit die Marke von 1,1 Millionen Sozialwohnungen unterschreiten“¹ Mit der Neuorganisation der internationalen Produktion wurde auch die Privatisierung und Kommerzialisierung des zuvor staatlichen (kommunalen) Wohnungsbaus vorangetrieben – ein Milliardengeschäft für internationale Immobilienkonzerne, Banken und Anleger! Mietpreiserhöhung, „Entmietung“ durch regelrechtes Verrottenlassen großer Wohnanlagen, Umwandlung in teure Eigentumswohnungen, wachsende Wohnungsnot und drohende Obdachlosigkeit sind die Folgen.

 

Die richtige Antwort ist die Entstehung bundesweiter Mieterinitiativen und Bündnisse, die sich gegen profitorientierte Wohnungspolitik zur Wehr setzen. Gemeinsame Aktionen, Streiks und Protest zusammen mit Bauarbeitern, Handwerkern und der IG BAU würde nicht nur die Durchsetzungsfähigkeit erhöhen, sondern ist von gegenseitigem Nutzen. So kann auch die Forderung der IG BAU durchgesetzt werden: Aufstockung der Mittel sozialen Wohnungsförderung auf mindestens 6 Milliarden Euro pro Jahr, um in den kommenden zehn Jahren den Sozialwohnungsbestand auf mindestens 2 Millionen Wohnungen zu erhöhen, sowie weitere 3 Milliarden jährlich für die Förderung des bezahlbaren Wohnungsbaus.