Russland

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Knüppel und Verhaftungsterror gegen Demonstranten

Am Sonntag, dem 31. Januar 2021, gab es noch mehr und zum Teil größere Demonstrationen gegen die Unterdrückungspolitik des Putin-Regimes als eine Woche zuvor. In mindestens 122 Städten wurde demonstriert. Das Putin-Regime hatte an manchen Orten Metro-Stationen gesperrt oder ließ bewaffnete Innenministeriumstruppen vor Beginn die zentralen Plätze besetzen. Aber das nützte nichts.

Korrespondenz

Bei klirrender Kälte von minus 50 Grad kamen selbst im fernöstlichen Jakutsk Hunderte Demonstranten, um gegen die Politik Wladimir Putins zu protestieren. Dort wurden 30 Menschen verhaftet. In vielen sibirischen Städten waren es Tausende Demonstranten, in Sankt Petersburg 10.000, in Moskau noch mehr.

 

Der Anlass war zwar der Aufruf des sogenannten Oppositionellen Nawalny, der hier im Westen sehr hochgespielt wird. Doch er stellt keine Alternative zum Putin-Regime dar, ist selbst nationalistisch und verkehrt mit reaktionärsten Kreisen. Einem großen Teil der überwiegend jungen Demonstranten geht es darum, ihren Unmut gegen die Politik Putins in Bezug auf fehlende Arbeitsplätze, miserable Löhne, Schulsituation, grassierende Korruption und zunehmende Armut auf die Straße zu tragen. In der sibirischen Stadt Irkutsk zogen die Demonstranten vor das Gebäude der Provinzverwaltung und riefen: "Hau ab!“

 

In allen Städten gingen die OMON – das sind die Innenministeriumstruppen - in Reih und Glied oder auch einzeln vorpreschend mit erhobenen Knüppeln, mit Tränengas und Elektroschockern gegen die Demonstranten vor. So versucht das Putin-Regime mit blutigem Staatsterror, die Oppositionsbewegung zum Schweigen zu bringen. Insgesamt gab es am 31. Januar über 4000 Verhaftete und eine Reihe zum Teil blutig geschlagener Verwundeter.

 

Mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit machen die Demonstranten die Krise deutlich, in der Russland steckt: Die Situation ist die, dass immer mehr Menschen nicht länger mit der Art, wie sie regiert werden, einverstanden sind. Und das gibt es in allen Regionen. Es kommt darauf an, dass sie sich klar werden, dass es nicht um Nawalny gehen kann, sondern darum, sich in marxistisch-leninistischen Organisationen zu organisieren, um sich für eine Zukunft ohne Unterdrückung und Ausbeutung einzusetzen.