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Polizei kriminalisiert Balkonkonzert!

Seit einem Jahr, mit kurzer Unterbrechung im Sommer und Herbst 2020, gibt es die Balkonkonzerte am Hein-Köllisch-Platz in Hamburg.

Korrespondenz
Polizei kriminalisiert Balkonkonzert!
Konzert auf dem Hein-Köllisch-Platz (rf-foto)

Hier der Hein-Köllisch-Platz in einem Sonntagskonzert von Rote Fahne News.

 

Am 28. Januar 2021 kam es zu einem ungeheuerlichen Vorfall. Schon zu Beginn waren mehrere Polizisten auf dem Hein-Köllisch-Platz. Und es dauerte nicht lange, bis unsere solidarische Balkonaktion gestört wurde: So klingelten zwischendrin zwei Polizisten bei Stephan Brandt und verlangten seine Personalien, weil die Balkonaktion als „nicht angemeldete politische Versammlung“ wohl eine „Straftat“ sei. Nach der Balkonaktion standen sie erneut vor der Tür und erklärten, dies wäre eine verbotene politische Versammlung. Ja, wo leben wir denn?

 

Inzwischen berichteten uns Nachbarn, dass die Polizisten auch auf dem Platz Menschen belästigten, nach ihrer Adresse und Personalien verlangten und ständig betonten, dies wäre eine nicht angemeldete politische Versammlung. Seit Beginn der Corona Pandemie haben wir die solidarische, nachbarschaftliche Balkon- Aktion und Balkonkonzerte auf dem Hein-Köllisch-Platz organisiert. Mit der zweiten Welle haben wir diese Aktion am Silvestertag wieder aufgenommen und führen sie wöchentlich, immer donnerstags, um 18 Uhr durch.  Und wir haben stets auf die Einhaltung der Gesundheitsmaßnahmen geachtet und mit unseren Aktionen die Notwendigkeit der Maskenpflicht, der Impfungen, der Abstandsregeln usw. vertreten.

 

Wir protestieren entschieden dagegen, dass mit diesem Polizeieinsatz eine Kriminalisierung unserer Balkonaktion betrieben wird, offensichtlich von höherer Stelle abgesegnet. Dafür spricht auch, dass es schon ein Aktenzeichen bei der Polizei zu Balkonaktion Hein-Köllisch-Platz gibt. Besonders perfide ist die Tatsache, dass der Polizeieinsatz am vergangenen Donnerstag eine erhebliche Störung unseres Gedenkens dargestellt hat. Wir haben mit einer kurzen Ansprache und einem entsprechenden Lied (Gracias a la vida) der über 1000 Corona-Toten allein in Hamburg gedacht.

 

Wir haben der taz ein Interview gegeben. Die Polizei behauptet - so die taz-Redakteurin - dass wir bei den letzten 20 Balkonaktionen ausschließlich gesungen hätten, und nun, beim 21. Balkonkonzert, erstmals auch politische Reden hielten. Das ist absoluter Quatsch. Wir haben immer Lieder und kurze Ansprachen verbunden. Hier der Link zum Artikel in der heutigen Ausgabe der taz.

 

Wir versichern: Wir werden uns nicht mundtot machen lassen! Wir sind stolz auf unsere fortschrittlichen, antifaschistischen und freiheitsliebenden Balkonaktionen als Zeichen gelebter Solidarität unserer Nachbarschaft. Wir rufen auf: Kommt zu unserer nächsten Balkonaktion und dem Konzert am Donnerstag, dem 4. Februar 2021, um 18 Uhr!