Mecklenburg-Vorpommern

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Und es geht doch: Impfung in der Hausarztpraxis

Mecklenburg-Vorpommern geht bei den Corona-Schutzimpfungen neue Wege und lässt ältere Menschen auch in Hausarztpraxen impfen. Seit der dritten Kalenderwoche impfen in Nordwestmecklenburg Hausärzte in acht Praxen Patienten im Auftrag des Kreisgesundheitsamtes.

Rote Fahne

Ziel sei es, insbesondere älteren Bewohnern ländlicher Regionen kurze Wege zum Impfen zu ermöglichen. Initiator dieses Vorstoßes war der Allgemeinmediziner Fabian Holbe, der zusammen mit weiteren Landärzten zuvor in Impfteams Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen geimpft hatte. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat mit knapp 3,6 Prozent die bundesweit höchste Impfquote.

 

Es geht also doch! Die Mediziner-Plattform im Internationalistischen Bündnis und die MLPD fordern dies schon die ganze Zeit. Völlig widersinnig ist es doch, wenn teure Impfzentren errichtet und unterhalten werden wie z. B. in den Messehallen in Köln-Deutz, wo bisher schon 2,25 Millionen Euro Mietkosten anfielen, und die dann mangels Impfstoff lange Zeit ungenutzt bleiben. Die MLPD schlägt vor, hauptsächlich auf bewährte Hausarztstrukturen zurückzugreifen, ergänzt durch Betriebsärzte und Klinikpersonal. Es wird immer wieder behauptet, das ginge nicht, weil der Biontech/Pfizer-Impfstoff bei minus 70 Grad Celsius gelagert werden muss. Er kann aber fünf Tage im Kühlschrank lagern, was völlig ausreichend wäre.

 

Fabian Holbe, Initiator der Hausarzt-Impfung in Mecklenburg-Vorpommern, erklärt zu seinem Vorstoß: "Ich habe darüber nachgedacht, wie wir das praktisch umsetzen werden, falls Herr Spahn uns einen Lkw schickt und 30.000 Impfdosen auf dem Marktplatz ablädt. Dazu habe ich viele Kollegen – Hausärzte hier in der Region – angeschrieben und habe sie gefragt, wer bereit wäre, beim Impfen mitzuhelfen. Daneben habe ich bei der Landrätin gefragt, welche Konzepte es gibt. Das war im November, da war die Planung im Landkreis noch ganz am Anfang. Die Frage, wie wir es in einem Flächenland wie unserem schaffen, dass die Bevölkerung die Impfzentren auch erreichen kann, war schnell zentral – auch wegen des, sagen wir mal, ausbaufähigen öffentlichen Nahverkehrs."

 

Das Interview mit Fabian Holbe gibt es hier