Künstlerinnen und Künstler rufen auf

Künstlerinnen und Künstler rufen auf

Unruhe stiften gegen sozialen und kulturellen Kahlschlag!

Fern jeder Rationalität - als gäbe es keine weltweite Klimakatastrophe und als hätte es die vielen Hundert Demonstrationen von Fridays for Future nie gegeben - erhält die deutsche Automobilindustrie im November 2020 weitere fünf Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung.

Von www.unruhestiften.de

Und der Reiseveranstalter TUI erhält ein drittes Rettungspaket mit Finanzhilfen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro.

 

Damit nicht genug: Während die Bundesregierung seit Beginn der Pandemie immer weiter ihr goldenes Füllhorn über die Wirtschaftsunternehmen mit hunderten von Milliarden Euro ausschüttet, bekommen ALG-II-Empfänger im Jahr 2020 eine Erhöhung um 14 Euro monatlich. Dies in einer Situation, in der Arme in unserer Gesellschaft weniger offene Wärmestuben und Stadteiltreffs vorfinden, weniger Räume für soziale Begegnungen haben, und selbst das Flaschenpfand – für viele Mittellose eine notwendige Ergänzung zum Lebensunterhalt – aufgrund der leeren Straßen und Plätze massiv einbricht.

 

Der Kunst- und Kulturbereich in Deutschland wird an die Wand gefahren, außer Lippenbekenntnissen bleibt nichts. ... Unserer Gesellschaft ist das Angebot ihres kulturellen Bedarfes – das gerade jetzt so dringend notwendig wäre - zusammengebrochen.

 

Dagegen setzen Künstlerinnen und Künstler in vielen Städten seit Beginn der Pandemie immer wieder hervorragende Beispiele. Mit unentgeltlichen Theateraufführungen auf Straßen und Plätzen, mit Fensterkonzerten, Internetauftritten, Lesungen, Ausstellungen Solidaritätsauftritten für streikende Belegschaften und anderen vielfältigen Aktionen haben sie sich gegen den kulturellen Verfall gestellt. Es sind Zeichen der Solidarität und Menschlichkeit, aber auch des Widerstands. ...

 

Über 2100 Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende, andere Persönlichkeiten und Organisationen haben seit Sommer 2009 den bundesweiten Aufruf www.unruhestiften.de unterzeichnet. Es ist ein Aufruf gegen rechts, gegen die Abwälzung der Krisenfolgen und für die Umverteilung von oben nach unten, gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung - und für die Förderung der kulturellen Vielfalt.

 

Hier geht es zum Aufruf