Köln

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Störfeuer und protestierende Bürger sind nicht erwünscht

Die Verkehrsdezernentin der Stadt Köln, Andrea Blome, und Henriette Reker, Oberbürgermeisterin derselben Stadt, hätten beide gerne einen neuen U-Bahn-Tunnel auf der Ost-West-Achse.

Korrespondenz

Wohl wissend, dass der U-Bahn-Bau Unsummen von Geld und eine Bauzeit von über 20 Jahren verschlingen wird. Im Gegensatz zur oberirdischen Lösung. Folgt man dem ehemaligen Vorstand der KVB (Kölner Verkehrsbetriebe), so ist dieser Tunnel in der Rangfolge der Bauprojekte direkt hinter dem Kölner Dom anzusiedeln.

 

In Köln hat sich ein breites Bündnis aus Vertretern von attac, DKP, Die Falken, GEW, Klimafreunden, Linkspartei, MLPD, NABIS, Robin Wood etc. und Einzelpersonen gegründet. Das Verkehrswendebündnis richtet sich gegen den geplanten Tunnelbau und macht mit phantasievollen Aktionen Aufklärungsarbeit über dieses sinnlose Großprojekt. Mit dem Tunnelbau kommt man dem erklärten Ziel, eine Verkehrswende für Köln zu erreichen, nicht näher.

 

Es fragt sich natürlich, wer hat das größte Interesse an einer unterirdischen Lösung für die Ost-West-Achse? Richtig viel Geld machen, kann die Bauwirtschaft mit der Errichtung eines solchen U-Bahn-Tunnels. Ein anderer Interessent - neben der Bauwirtschaft - sitzt auch in Köln und hat großes Interesse daran, möglichst viele Autos zu verkaufen. Ford will diesen Tunnelbau, denn wenn unten die Straßenbahn fährt, hat man oben Platz für Autos.

 

Im Kölner Stadtanzeiger wurde auf Initiative des Bündnisses über eine Ausschreibung der Stadtverwaltung berichtet. 1,5 Millionen Euro soll eine Agentur dafür bekommen, dass sie in dem von ihr zu erarbeitenden Kommunikationskonzept, der Bevölkerung die Tunnellösung schmackhaft macht. In der Ausschreibung heißt es: „Die Kommunikation soll zudem erreichen, dass es bis zum finalen Variantenentscheid möglichst wenig Störfeuer und keine Grundsatzdebatte über das Projekt gibt.“

 

Vom Verkehrswendebündnis wird zu Recht die Frage aufgeworfen, „inwiefern es der Stadtverwaltung zustehe, eine Diskussion über ein so wichtiges Projekt abzuwürgen.“

 

Wir wünschen dem Verkehrswendebündnis und allen Kölnern, die sich für eine tatsächliche Verkehrswende einsetzen, viel Erfolg.