Saarbrücken

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Der Fettnäppfchenparcours des OB Conradt

Als habe sich Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt just zum Weiberfasching und im Vorfeld des Weltfrauentags am 08. März selbst einen Parcours von Fettnäpfchen bereitgestellt, ließ die vergangenen Montagsdemo in der Stadt ihn diesen Parcours auch laufen. Laut - bisher im Geheimen erlassener – Verfügung verbannt er die Kommunistinnen und Kommunisten der MLPD aus der Saarbrücker Frauenbewegung, welche für ihre kämpferische Frische bekannt ist.

Von Montagsdemo Saarbrücken

Das heißt: Vorerst lässt er die Veranstaltung der MLPD ‚nur‘ aus dem Ankündigungsheft für alle Veranstaltungen rund um den internationalen Frauentag. Aber, um bei dem Bild von Uwe Conradts Gangart zu bleiben: Vielleicht wandelt er ja in den Fußstapfen des Kommunistenfressers und Verschwörungstheoretikers McCarthy, der allerdings über eben seinen eigenen Antikommunismus am Ende gestolpert ist? Oder gar in denen Donald Trumps, der den Kommunismus überall in der Gesellschaft (t)witterte, dem das dann doch alles nichts genützt hat?

Achtung, Uwe, Fettnäpfchen Nr. 1:

Sie fallen ihren eigenen CDU-Frauen in den Rücken, die seit vielen Jahren schwesterlich mit allen anderen Frauengruppen in Saarbrücken zum Frauentag zusammenarbeiten, gegenseitige Hilfe beim Auf- und Abbau der Infostände praktizieren, gemeinsam mit den MLPD-Frauen für Frauenrechte und Gleichstellung eintreten.

Fettnäpfchen Nr. 2:

Sie schicken ausgerechnet die Frauenbeauftragte der Stadt vor, um ihr Dekret zu verkünden. Sind Sie selbst nicht ‚Manns genug‘ dazu? Nachdem Sie sich, vor einer vereinbarten Aussprache mit allen Beteiligten, krank gemeldet haben, muss die arme Frauenbeauftragte den Spagat zwischen Saarbrücker Frauenbewegung und den unveröffentlichten Anweisungen des Herrn OB probieren, mit leidlichem Erfolg allerdings.

Fettnäpfchen Nr. 3:

Sie berufen sich mit Ihrem Bannspruch ausschließlich und ausgerechnet auf den Verfassungsschutz. Toll! Wes Geistes Kind der Inlandsgeheimdienst ist, pfeifen doch die Spatzen von den Dächern. Meinen Sie im Ernst, die Frauenbewegung ließe sich von Männern mit Schlapphut ins Bockshorn jagen, welche aktuell nicht mal im „Fall Amri“ offengelegt und zur Verantwortung gezogen werden dürfen?

 

Jedenfalls: Die Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze wird sich zum 8. März nicht die Spur vorschreiben lassen, wie und mit wem sie um die Verbesserung der Situation der Frauen dieser Welt – einschließlich der Saarbrückerinnen und Saarbrücker - kämpft.