Köln

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Massenunterkünfte sofort schließen!

Nachdem die Empörung über die Zustände in der Flüchtlingsunterkunft in der Herkulesstraße in Köln-Neuehrenfeld immer größer wurde, sah sich der Stadtrat mehrheitlich gezwungen, am 4. Februar die Auflösung aller Sammelunterkünfte für Flüchtlinge zu beschließen.

Korrespondenz
Massenunterkünfte sofort schließen!
Abgeriegelte Flüchtlingsunterkunft in Köln (rf-foto)

In der Herkulesstraße haben sich zuvor von 108 Bewohnerinnen und Bewohnern 41 mit Corona infiziert, außerdem 16 Mitarbeiter. Anstatt das Flüchtlingsheim sofort zu evakuieren, wurde es komplett unter Quarantäne gestellt. Am Wochenende waren wir vor Ort, um uns selbst ein Bild zu machen. Unmöglich, Kontakt mit Geflüchteten aufzunehmen. Die Einrichtung ist abgeriegelt, keiner darf rein oder raus. Hinter geschlossenen Fenstern einzelne flüchtige Blicke. Unhaltbare, menschenverachtende Zustände. Die Flüchtlinge, darunter Familien mit Kleinkindern, leben eingesperrt auf engstem Raum zusammen.

 

Auch die nun angeordnete Versorgung der Infizierten auf ihren Zimmern und „Entzerrung“ der Essenszeiten ändert daran wenig. Speiseräume, WCs und Duschen müssen sie weiterhin gemeinsam nutzen.Seit langem gibt es massive Kritik an fehlenden Schutzmaßnahmen und unhygienischen Zuständen. Bereits im Mai letzten Jahres gab es dagegen eine Demonstration in Köln-Ehrenfeld. MLPD, Kölner Flüchtlingsinitiativen und andere fordern seit langem die Schließung der Massenunterkünfte. Auch der jetzt gefasste Beschluss des Stadtrats schiebt eine wirkliche Lösung auf die lange Bank. So sollen die Bewohner in der Herkulesstraße „so bald wie möglich“ in besseren Räumlichkeiten untergebracht werden.

 

Für alle anderen Gemeinschaftsunterkünfte soll erst ein Konzept ausgearbeitet werden, „unter welchen Voraussetzungen“ auch sie geschlossen und ersetzt werden können. Warum? Es wäre möglich, sofort die derzeit ohnehin leerstehenden Hotels zu nutzen. Der im Juni 2020 gegründete Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in Solidarität International setzt sich für eine menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten ein und organisiert die Solidarität.