Arbeitsplatzvernichtung

Arbeitsplatzvernichtung

Schaeffler, Bosch, MAN, SKF ... Belegschaften herausgefordert!

Alle genannten Konzerne haben einen besonderen Schwerpunkt in Nordbayern mit zigtausend Beschäftigten. Alle Geschäftsleitungen haben angesichts der Weltwirtschafts-und Finanzkrise in Verbindung mit Corona- und Strukturkrise umfassende Programme zur Arbeitsplatzvernichtung und sogenannte Zukunftsprogramme zur Steigerung der Ausbeutung und für höhere Renditen aufgelegt.

Von eb/os
Schaeffler, Bosch, MAN, SKF ... Belegschaften herausgefordert!
Kundgebung bei MAN Nürnberg im September 2020 (rf-foto)

Radio Bamberg vom 1.2. zitiert den Betriebsratsvorsitzenden Mario Gutmann von Bosch Bamberg mit dem Szenario, dass von den heute 6.800 Beschäftigten bei Bosch Bamberg im Jahr 2026 noch 500 übrig seien. Die Arbeiter und Angestellten gelten den Kapitalisten als Kostenfaktor. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Durch die Aneignung des von den Arbeitern geschaffenen Mehrwerts werden die Kapitalisten reich! Die Schicksale hinter den Zahlen lassen die Manager kalt. Um die eingebrochenen Märkte wieder flott zu bekommen, um wieder die irrwitzigen Renditemargen zu erreichen und entsprechende Maximalprofite aus der Ausbeutung der Arbeitskraft der Abeiter zu erzielen, wird massenhaft produktives Kapital, d.h. es werden Arbeitsplätze und Fabriken vernichtet.

 

Wo immer Vernichtungspläne ans Tageslicht kamen, traten die Arbeiter und Angestellten in Aktion mit Mahnwachen, Protestaktionen in und vor dem Werk, Arbeitsniederlegungen, Demonstrationsmärschen mit großen Kundgebungen bis hin zu echten Streiks. Heute findet unter den Kollegen ein weiterer Findungsprozess statt: Bringt es der individuelle Ausweg, z. B. die vielerorts angebotenen Abfindungen anzunehmen, oder schließen sich die Belegschaften über Betriebsgrenzen hinweg zusammen gegen Arbeitsplatzvernichtung und für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, als Schritt hin zur Arbeiteroffensive. Über 20 000 Metaller in Nordbayern haben im Oktober 2020 in einer gemeinsamen von der IG Metall organisierten Protestwoche gezeigt, dass sie zusammen kämpfen können und wollen.

 

Viele Konzern- und Gesamtbetriebsräte verteidigen jetzt Eckpunktepapiere mit massiven Angriffen auf die Kollegen. Sie protestieren in der Regel weiter in Worten fast radikal, lautstark und pressewirksam gegen die Pläne der Konzern- und Geschäftsleitungen. Bezüglich der MAN hatten der Gesamtbetriebsrat und die IG-Metall-Führung im Dezember auf der ersten Kundgebung des Nürnberger Werks noch erklärt: Es gibt keine Verhandlungen, solange der Konzern nicht die Kündigung der Betriebsvereinbarung zurücknimmt, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 ausschließt. Der Konzern hat das ignoriert, und im Januar verhandeln beide Seiten über ein sogenanntes Eckpunktepapier, in dem die Vernichtung tausender Arbeitsplätze und der Verkauf von Steyr in Österreich festgeklopft wird.

 

Der Gesamtbetriebsrat bei Schaeffler agiert ähnlich: Anstatt die Angriffe des Konzerns auf die Arbeitsplätze konsequent und grundsätzlich zurückzuweisen, wird auf diese Angriffe „konstruktiv“ mit Vorschlägen reagiert, die Angriffe in ihren Auswirkungen zu dämpfen. Bei Schaeffler garniert mit der sozialchauvinistischen Forderung, die deutschen Werke zu stärken.

 

Die Kolleginnen und Kollegen sind herausgefordert: Welchen Weg müssen wir gehen, welcher Standpunkt, welcher Kampf mit welchen Forderungen ist für uns der richtige und nachhaltig erfolgversprechende?

 

Wenn weniger Arbeitsplätze vernichtet werden, als vorher vom Konzern ausposaunt – ist das wirklich ein Erfolg? Einen solchen scheinbaren Rückzug, nicht ganz so viele Arbeitsplätze zu vernichten, haben die Kapitalisten in der Regel von vornherein einkalkuliert. Für die Entlassenen ist das oft genug der Weg in die Arbeitslosigkeit, für die Jugend ist der vernichtete Arbeitsplatz für immer weg. Und es wirkt die kapitalistische Gesetzmäßigkeit: Ein wachsendes Arbeitslosenheer benutzen die Kapitalisten zur Senkung des Lohnniveaus überhaupt!

 

Wenn auf den Erhalt und die Stärkung der deutschen Standorte gesetzt wird und dafür die Schließung von Werken in anderen Ländern in Kauf genommen wird – ist das wirklich ein Erfolg? Die internationalen Konzerne operieren weltweit, ihre Profitsucht schert sich um keine Staatsgrenzen. Die Arbeiterklasse wird grenzenlos von ihnen ausgebeutet. Also muss die Arbeiterklasse sich auch international zusammenschließen und gemeinsam international kämpfen.

 

Der konsequente und entschlossene Kampf um jeden Arbeitsplatz ist die Devise. Die MLPD steht dafür, dass dieser Kampf als Schule des Klassenkampfs geführt wird, mit der Perspektive, die kapitalistische Ausbeuterordnung revolutionär zu überwinden und eine Gesellschaft des echten Sozialismus zu errichten.