Gelsenkirchen

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727. Montagsdemo im Zeichen der internationalen Solidarität

Für das gemeinsame Engagement von Deutschen, Geflüchteten und Migranten trat die Montagsdemo mit 50 Teilnehmern und interessierten Passanten ein.

Von Martina Reichmann und Thomas Kistermann (Montagsdemo Gelsenkirchen)

Geflüchtete und Migranten aus Mali, Angola, Syrien, Bosnien, Kurdistan beteiligten sich und legten Zeugnis ab - von unvorstellbaren Zuständen auf der Flucht, in den Lagern – und von ihrem Willen, aktiv zu werden und sich mit Menschen hier zusammenzuschließen.

 

„Du findest kein Gehör bei Behörden oder Polizei“, so ein junger Mann aus Mali. Man misstraut dir als Lügner, wenn du deine Fluchtgründe offenlegst. Wir kommen nicht als Bittsteller. Wir fliehen, weil wir um unser Leben fürchten mussten. Ich will nicht von Sozialleistungen leben. Doch mir wurde drei Mal ein Deutschkurs verweigert, ich darf keine Ausbildung machen, nicht arbeiten.“ „Wir werden zur Untätigkeit verdammt“, ergänzt ein anderer. „Trotz eines Praktikums als Dachdecker und Zusage meines Chefs wird mir eine Ausbildung von der Ausländerbehörde verweigert.“

 

Einstimmig wurde eine Solidaritätsresolution für Alassa Mfouapon verabschiedet. Die Montagsdemo gratuliert ihm zu dem mutigen Schritt, selbst Klage gegen das Land Baden-Württemberg und den gewaltsamen Polizeieinsatz am 3. Mai 2018 zu erheben . „Wir stehen voll hinter dir, hinter allen Geflüchteten in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Ellwangen, die sich gegen Schikane und Drangsalierung zu Wort melden - unter der Losung ‚Jetzt reden wir‘. Dieses Signal sollte durch ganz Deutschland gehen!“