Essener Norden

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Närrischer Auto-Korso gegen Krankenhaus-Schließungen

Am Samstag, dem 13. Februar 2021, fand im Essener Norden ein “Närrischer Auto-Korso” gegen die Schließung von zwei Krankenhäusern statt. Organisiert wurde er von den Organisatoren eines Bürgerbegehrens. Dieses setzt sich zu Recht dafür ein, dass die vom katholischen Betreiber Contilia geschlossenen Häuser von der Stadt fortgeführt werden.

Korrespondenz aus Essen
Närrischer Auto-Korso gegen Krankenhaus-Schließungen
Trotz des eisigen Wetters waren alle mit Feuereifer dabei (rf-foto)

Empörenderweise hatte die Polizei am Vortag die Teilnehmerzahl auf 30 Autos begrenzt und schickte dann Teilnehmer fort. Mehrere Fahrzeuge schlossen sich trotzdem an und begrüßten die Aktion.

 

Beim Zwischenstopp ging eine Sprecherin auf zwei häufige Fragen der letzten Tage ein: “Wie könnt ihr bei diesem Schneewetter einen Auto-Korso machen?”. Darauf antwortete sie: “Wie kommen künftig Patienten bei so einem Wetter schnell in die Klinik?” Und: “Wie kann man aus so einem ernsten Thema einen Karnevalsspaß machen?” Hier verwies sie darauf, dass in der Geschichte des Karnevals die Obrigkeit schon immer “ihr Fett weg bekam”. Und das bekamen hier Bischof Overbeck, Hr. Stauder (Aufsichtsrat) und OB Kufen, die alle brav ihre Rolle für die Contilia-Führung spielen.

 

Das Internationalistische Bündnis und die MLPD, die sich auch mit einigen Fahrzeugen beteiligten, hatten die Taktik des Bürgerbegehrens von vorne herein als stumpfes Schwert kritisiert. Denn im Erfolgsfall “zwingt” es den Rat lediglich dazu, das Anliegen zu diskutieren - ergebnisoffen. Jetzt steht die Frage auf der Tagesordnung: Orientiert man auf einen aktiven Widerstand als breite kämpferische Opposition oder auf den offensichtlich gescheiterten parlamentarischen Weg? Denn die Orientierung auf Parlamente und Gerichte ist gescheitert, weil sie auf ein jahrelanges juristisches Tauziehen hinaus läuft, während Contilia Tatsachen schafft.

 

Das Internationalistische Bündnis verfolgt eine Politik, welche die Menschen ermutigt, sich zusammenzuschließen und selbst aktiv zu werden. Die MLPD fördert den Weg der Arbeiteroffensive, den Kampf für die Wiedereröffnung der Krankenhäuser mit dem Kampf gegen die Arbeitsplatzvernichtung in anderen Betrieben, gegen die Abwälzung der Lasten der Corona-Krise auf die Bevölkerung zugunsten der Konzerne etc. zusammenzubringen. In der frisch gegründeten Wählerinitiative der Internationalistischen Liste/MLPD soll beim nächsten Treffen diskutiert werden: “Krankenhausschließungen und Impfdesaster: Das machen wir im Sozialismus anders!”.