Daimler Untertürkheim

Daimler Untertürkheim

Arbeitsplatzvernichtung: Keine Verhandlung mit Erpressern

„Noch nie haben sich unsere Standortverhandlungen so schwierig gestaltet“, schrieb der IG-Metall-Betriebsrat.¹ Denn die Werksleitung hält bockelhart an ihren Plänen fest, 4000 von rund 19.000 Arbeitsplätzen im Motorenwerk Untertürkheim zu vernichten!

Von wb

Flankierend dazu fordert sie mehr „Arbeitsflexibität“, Erhöhung der Leiharbeiterquote, ganzjährigen Einsatz von Studierende u. a. m.. Denn trotz der fünfzigprozentigen Steigerung des Jahresgewinns 2020 „halten wir daran fest“, so Daimler-Chef Källenius, die Rendite kräftig zu steigern.²

 

Nur bei einer weitgehenden Zustimmung des Betriebsrates würde der Vorstand am 26. Februar grünes Licht für den eCampus mit gerade mal 120 Arbeitsplätzen geben! Das ist aber nichts anderes als Erpressung. Schon 2004, als die Mettinger Kollegen auf der B10 gegen die damaligen Angriffe des Vorstandes marschierten, entstand die Losung: „Mit Erpressern wird nicht verhandelt!“

 

Der Kampfgeist, wie er bei den Protest- und Kampfaktionen im Spätherbst deutlich wurde, ist weiter präsent. Statt jetzt die Verhandlungen abzubrechen, belässt die Betriebsratsführung es bei der Ablehnung von Mehrarbeit. Doch offensichtlich reicht das nicht aus, um die Werksleitung bei ihren Plänen umzustimmen. Die Betriebsratsliste „Offensive Metaller“ bei Daimler hat deshalb recht, wenn sie sagt: „Eine Zukunft am Standort wird es nur geben im Kampf um jeden Arbeitsplatz! Für eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden in der Woche mit vollem Lohnausgleich!“³

 

Die Unzufriedenheit der Kolleginnen und Kollegen über die Desinformation bzgl. der Verhandlungen, braucht eine positive Lösung: Verhandlungen nur auf der Grundlage unserer Forderungen und unseres Kampfes: Nein zur Verlagerung der Produktion der Verbrennermotoren aus Profitgründen!⁴ Wir kämpfen um Arbeitsplätze und Umweltschutz: Für das AUS von Verbrennern bis 2030 und Schaffung von Ersatzarbeitsplätzen bei der konsequenten Umstellung auf die E-Mobilität, erneuerbare Energie und des Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs!