Israel

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Besatzer blockierten Impfstoff für Palästinenser

Israelische Besatzungsbehörden haben die Einfuhr von 2000 Dosen Covid-19-Impfstoff - gespendet von Russland - in den Gazastreifen für zwei Tage blockiert. Da das Westjordanland nicht über eine direkte Verbindung nach Gaza verfügt, ist die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) auf Israels guten Willen angewiesen.

Aus Occupied News

Der bevölkerungsreiche Gazastreifen ist seit 2007 mit einer kompletten Blockade belegt. Israel kontrolliert alle Ein- und Ausfuhren. Die gespendeten Impfstoffe wurden nun vom palästinensischen Gesundheitsministerium in Ramallah nach Gaza verschickt — Israel hat bis heute keinen Impfstoff für Palästinenserinnen und Palästinenser bereitgestellt.

 

Bis heute gab es nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums fast 2125 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 unter Palästinenserinnen und Palästinensern in den besetzten Gebieten seit Beginn der Pandemie, 535 davon im Gazastreifen. Mehr als 50.000 Palästinenser haben sich mit dem Virus infiziert.

 

Erste „Sputnik-V“-Lieferungen erreichen am Mittwoch Gaza. Während Israel sich für die schnelle Impfung der israelischen Bevölkerung — einschließlich Siedlern mit Corona-Impfzentren in illegalen Siedlungen — feiern lies, wurden 5 Mio. Palästinenserinnen und Palästinensern unter israelischer Besatzung und Kontrolle die Impfung verweigert und es wurde kein Impfstoff zur Verfügung gestellt. Mehr als eine Million Israelis, etwa 12 Prozent der israelischen Bevölkerung, erhielten die Impfung in weniger als zwei Wochen — die höchste Rate weltweit — während die Palästinenserinnen und Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen davon vollkommen ausgeschlossen waren.

 

Israel ist jedoch als Besatzungsmacht gemäß Völkerrecht dazu verpflichtet, Palästinenserinnen und Palästinenser mit den Impfstoffen zu versorgen. Nach der vierten Genfer Konvention sind Besatzungsmächte für die medizinische Versorgung der Bevölkerung des besetzten Gebietes verantwortlich.

 

Die UN, Amnesty International, Human Rights Watch und viele andere Menschenrechtsorganisationen haben Israel aufgefordert, den Palästinenserinnen und Palästinensern Impfstoffe zur Verfügung zu stellen. Israel hat eingelenkt. Nachdem die Behörden am Montag zunächst die Überführung von 2000 Dosen des von Russland gespendeten Impfstoffs „Sputnik V“ aus Ramallah in den Gazastreifen verweigert hatte, soll jetzt zumindest die Hälfte an der Grenze zu Gaza angekommen sein. Das meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan.

 

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