Brandenburg

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Unterschriftensammlung für die Wahlzulassung: „Richtig tolle Gespräche“

Letzten Dienstag zogen wir los. Wir hatten uns fest vorgenommen: "Jetzt müssen wir einen Zahn zulegen."

Korrespondenz

Dazu muss man wissen, dass die Internationalistische Liste / MLPD in jedem Bundesland über 2000 Unterschriften sammeln muss, um zur Bundestagswahl kandidieren zu können. Oben drauf kommen pro Direktkandidat noch über 200 weitere.

 

Wir hatten bisher Unterschriften in Berlin gesammelt, aber in Brandenburg sind wir noch ziemlich am Anfang. Viele Leute waren völlig überrascht. Manche konnten es gar nicht glauben, wie die Marxisten-Leninisten und kleine Parteien dermaßen behindert werden. Ein Angestellter im Öffentlichen Dienst erzählte uns: „So eine Wahlbehinderung gibt es in keinem anderen demokratischen Land.“

 

Einige ältere Frauen schütteten mir richtig ihr Herz aus, wie schlecht es ihnen nach der Wiedervereinigung gegangen ist. Sie waren an unserer Einschätzung der DDR in den Anfangsjahren sehr interessiert: Damals haben Jugendbrigaden, wie in Eisenhüttenstadt, die schwierigsten Aufgaben bekommen: Sie waren voll verantwortlich für den Bau des Hochofens und mit Hilfe sowjetischer Bauingenieure haben sie in der Hälfte der geplanten Zeit das Riesenprojekt geschafft. Das war wirkliche sozialistische Außenpolitik: Proletarischer Internationalismus und wirkliche sozialistische Jugendarbeit. Auf jeden Fall wurde daran deutlich, wie diese grundlegenden Prinzipien des Sozialismus in der DDR später verraten wurden.

 

Wir hatten richtig tolle Gespräche, auch mit einzelnen Jugendlichen. Einer davon will sich so schnell wie möglich wieder mit uns treffen und näheres über die Mitgliedschaft im REBELL erfahren.

 

Nach fünf Stunden und 50 Minuten war auf jeden Fall ich ziemlich platt aber glücklich. So viele Unterschriften zur Wahlzulassung in der Zeit hatte ich außer einmal bisher noch nicht geschafft. Zusammen hatten wir zwei 73 Unterschriften.