Kolumbien

Kolumbien

Krieg gegen die Bewohner der Hafenstadt Buenaventura

Der größte Pazifikhafen ganz Lateinamerikas ist Buenaventura in Kolumbien.

Gastbeitrag von Peter Blöth

Er liegt an der Pazifikküste, am Fuß der Anden im Departamento Valle del Cauca. 60 Prozent des gesamten kolumbianischen Außenhandels wird darüber abgewickelt.

 

Der Hafen ist Fluch und Segen der Region. Er schafft Arbeitsplätze. Die Hafengesellschaft macht unermessliche Gewinne. Aber über 80 Prozent der Bewohner der Stadt leben in Armut und Elend. Und im Krieg!

 

Der ehemalige Erzbischof dieser Stadt, Hector Plaza schreibt, dass die Drogenhändler, um ihre Schmuggelkorridore zu kontrollieren, hier einen offenen Krieg entfesselt haben. Aber das ist ja in Kolumbien keine Besonderheit.

 

Der Fluch dieser Stadt ist ihr Hafen, dessen unersättlichen Hunger sich auszudehnen. Der Terror hat nach der Privatisierung des Hafens rapide zugenommen: Menschen werden mit Gewalt aus den Stadtvierteln vertrieben, um seinen Ausbau voranzutreiben. Junge Männer werden aus den Häusern geholt und vor die Wahl gestellt, in die Banden einzutreten oder umgebracht zu werden. Letztes Jahr wurden sogenannte „Hackhäuser“ in der Presse bekannt, in denen Paramilitärs ihre Opfer zerstückeln. Nachts gehen Banden auf Menschenjagd. Ziel ist es die Menschen aus ihren Häusern zu vertreiben, um dann das Gelände mit enormen Gewinnen an die Hafenbetreiber zu verkaufen.

 

Die kolumbianische Regierung kennt diese Zustände und unternimmt nichts. Es ist in ihrem Interesse, dass die Menschen vertrieben werden, um Flächen für den weiteren Hafenausbau zu erhalte. Wie schon so oft lassen sie die Drecksarbeit durch andere machen. SOS – für Buenaventura!

 

Gekürzte Korrespondenz, ausführlicher Bericht unter: https://www.bloeth.eu/