Krisenmanagement der Regierungen

Krisenmanagement der Regierungen

Diese Art von Schulöffnung nutzt keinem Kind!

Wieder einmal hat der Bund-Länder-Gipfel letzte Woche „einheitliche“ Regeln zur Coronapolitik beschlossen. Ergebnis: in jedem Bundesland andere Beschlüsse zu Schulen und Kitas! Die Zeichen stehen auf „Öffnung“. Der KiTa- und Schulbetrieb soll hochgefahren werden.

Von rt/tt
Diese Art von Schulöffnung nutzt keinem Kind!
Foto: Alexandra_Koch / Pixabay / Pixabay-License,

Thüringen z.B beschloss am Dienstag letzte Woche, Kitas und Grundschulen in voller Gruppen- und Klassenstärke zu öffnen. Dann kam am Freitagnachmittag kurzfristig der Erlass der Landesregierung, dass das Land Schließungen bei Inzidenzen zwischen 150 und 200 empfiehlt. Heute öffnen in fünf Landkreisen Kitas und Schulen, obwohl Thüringen das am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland ist. Vor einer Woche war die Inzidenz 99 und am Sonntag lag der Wert bei 123,2! (Thüringer Allgemeine 22. Februar 2021). In Sachsen ist es nicht wesentlich anders, und da haben Schulen und Kindergrärten schon seit drei Wochen geöffnet.

 

Die geplanten Schulöffnungen stoßen auf heftige Kritik der GEW Thüringen: „Ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen und angesichts der mittlerweile bekannten Virusmutationen halten wir diese Entscheidung für fahrlässig,“ sagt GEW-Landeschefin Vitzthum.1 Eine Blitzumfrage der GEW an Schulen ergab, dass 92 Prozent sich nicht ausreichend vor einer Infektion mit dem Virus geschützt fühlen.

 

Die fahrlässige Öffnungspolitik wird damit begründet, dass sie für die Kinder unabdingbar sei. Woher auf einmal das Herz für Kinder bei Politikern und Behörden? Haben sie sich bisher für Kinderarmut, Schulstress, fehlende Ausbildungsplätze interessiert? Tatsächlich zermürbend ist das ewige Hin und Her mit halbherzigen und inkonsequenten Maßnahmen und einem halbherzigen, nicht endend wollenden Lockdown. Die MLPD hat von Beginn an Wechselunterricht in geteilten Klassen gefordert. Hätte man das am Anfang richtig gemacht, wäre Kindern, Eltern, Lehrern viel erspart geblieben!

 

Eine Lehrerin, die im Ruhrgebiet arbeitet, und heute mit ihren Kolleginnen und Kollegen zwischen Teil-Klassen hin- und her switchen mussste, um Präsenzunterricht zu erteilen, berichtet: "Man kann sich das nicht vorstellen, was das für ein Chaos ist. Die Schulbehörden interessieren sich keinen Deut dafür. Dabei machen sich Schulleiter und Kolleginnen und Kollegen total viel Gedanken und bemühen sich um den Unterricht und die Schüler. Sie sehen ja, wie schwierig es für diese ist, mit den Abschlussprüfungen und allem. Es hat sich aber auch ein gewisser Fatalismus breit gemacht. Bei einer Inzidenz von heute 100 kann man darauf warten, bis hier alles wieder dirchtgemacht werden muss, sagen Kollegen."

Chaotisches Krisenmanagement geht weiter!

Virusmutationen, die bis zu 70% ansteckender und auch tödlicher sind, spielen für den Bund-Länder-Gipfel keine große Rolle. Was interessieren Tatsachen! Bei einem Ausbruch in einer Kita in Bad Ems wurden bislang 18 Menschen infiziert - und das mit der gefährlicheren Mutation! Hygienevorschriften für Kitas und Schulen beschreiben sinnvolle Maßnahmen, strotzen aber nur so vor Unverbindlichkeit: „berücksichtigen“, „können“, „möglichst“, „sollen“. Das dient nicht der sinnvollen Konkretisierung der Hygienemaßnahmen auf die Einrichtungen, sondern ihrer Aufweichung, so dass unterm Strich nur wenige Dinge wie das Tragen von Masken verbindlich sind.

 

Der Einbau von Luftfilteranlagen – Fehlanzeige. Das würde ja Geld kosten! Konkret: 1 Milliarde Euro bundesweit. Genauso will man kein Geld dafür ausgeben, dass Warmwasser an den Schulen vorhanden ist. „Das sei nicht nötig“ wurde auf eine Einwohneranfrage an den Stadtrat in Eisenach so umschrieben: „Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die Wassertemperatur keinen Einfluss auf die Reduktion der Mikroorganismen. Viel wichtiger sind die Dauer des Händewaschens und das Maß der Reibung beim Einseifen der Hände.“

 

Milliarden steckt die Regierung lieber in Konzerne wie TUI und Lufthansa, was die Menschen zunehmend empört.Geht es um das Wohl der Kinder? Die Schulöffnungen seien zum Wohl der Kinder. Als sei die eigene Gesundheit und die anderer nicht zu deren Wohl! Tatsächlich ist der immer weiter hingezogene inkonsequente Lockdown der größte Schaden für die Kinder und die ganze Bevölkerung. Die KiTa- und Schulöffnungen haben doch nur den Zweck, dass die Produktion in der Konzernbetrieben mit aller Macht aufrecht erhalten wird. Dazu gehört eben, dass die Kinder aus dem Haus sind und Eltern zur Arbeit gehen.

Widerstand an Schulen

Im Januar gab es Proteste in mehreren Bundesländern. Unterschriften gegen die Präsenzpflicht werden gesammelt, die Tausende unterstützen. Klassenweise blieben Schüler im Saarland (Lebach, Saarbrücken, Homburg) oder in Bayern (Nürnberg, Augsburg, München) zuhause. Das bayrische Kultusministerium musste die Drohung zurücknehmen, Fehlzeiten wegen Unterrichtsboykott könnten den Ausschluss aus den Abschlussprüfungen bedeuten.

 

Notwendig ist, wie es das Sofortprogramm der MLPD fordert, ein konsequenter konzentrierter Lockdown bei 100% Lohnfortzahlung durch die Monopole und Unterstützung der kleineren Betriebe, Erhaltung der demokratischen Rechte, Möglichkeiten für die Bevölkerung, sich zu treffen und Sport zu machen. Dazu eine schnelle Impfung der Bevölkerung unter Ausnutzung aller Impfmöglichkeiten. Notwendig sind regelmäßige Massentestungen und kostenlose FFP2- Masken für alle. Schulboykotts können erfolgreich sein, wenn sie sich mit den Kämpfen der Arbeiter verbinden, denn: Nur ein harter Kampf besiegt die dritte Welle! In diesem Sinne werden REBELL und MLPD in den nächsten Tagen Einsätze und Aktivitäten vor an Schulen durchführen.