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Verkauf der Stahlsparte an Liberty geplatzt

Am 17. Februar wurde der geplante Verkauf der Stahlsparte von thyssenkrupp an Liberty abgesagt. Finanzvorstand von thyssenkrupp, Klaus Keysberg, begründet es in einem Mitarbeiterrundschreiben damit: „Insgesamt waren die Vorstellungen so weit voneinander entfernt, dass eine Fortführung der Gespräche uns alle nicht weitergebracht hätte.“

LL NRW der MLPD
Verkauf der Stahlsparte an Liberty geplatzt
Arbeiter überwachen Stahlproduktion (shutterstock_766375789)

Der indische Finanzmogul Gupta, Chef von Liberty, war wohl nicht bereit, den entsprechenden Preis zu zahlen. Im Gegenteil, hat er doch noch eine Mitgift von 1,5 Milliarden Euro gefordert, angesichts des notwendigen Investitionsbedarfs in die veralteten Anlagen. Das war thyssenkrupp wohl doch zu teuer! Damit ist eine Option, den Stahlbereich aus dem Konzern zu bekommen, gescheitert.

 

Gleichzeitig mit der Absage des Verkaufs wurden die groß angekündigten Investitionen von 700 Millionen Euro vom Vorstand bewilligt. Damit soll die Gießwalzanlage in eine Warmbandstrasse umgebaut und eine neue Stranggußanlage gebaut werden. Das sind notwendige Ersatzinvestitionen, angesichts der maroden Stranggußanlage in Duisburg-Hamborn und des veralteten Warmbandwerks in Bochum. Nur so kann thyssenkrupp überhaupt noch Stahl in der notwendigen Qualität produzieren und verkaufen. Gleichzeitig werden die anderen Optionen verfolgt, entweder ein Börsengang der Stahlsparte oder die Ausgliederung als eigenständiges Stahlunternehmen.

 

Das ist verbunden mit einem weiteren Generalangriff auf die Belegschaft; Rote Fahne News berichtete am 16. Februar unter der Überschrift: "Ganz genau, Herr Osburg! Abzuwarten wäre fatal!" Seit Jahren verzichten die Kollegen auf Lohn, Arbeitsplätze, das erkämpfte Urlaubsgeld wurde nicht ausgezahlt und der gestiegene Arbeitsdruck und die Arbeitshetze sind unerträglich geworden. Es wächst der Widerspruch zur kapitalistischen Profitwirtschaft, denn der Kapitalismus zeigt immer mehr seine Unfähigkeit und rutscht von einer Krise in die nächste. Das ist bei thyssenkrupp sehr offensichtlich, dass jede noch so tolle Strategie an der Wirklichkeit scheitert.

 

Es ist keine Option für die Kollegen und ihre Familien, weiter auf Arbeitsplätze und Geld zu verzichten. In den Betrieben bereiten Kollegen und die Vertrauensleute der IG Metall Aktionen vor, gegen den weiteren Angriff des Vorstands und dem Betrug der angeblichen „Beschäftigungssicherung“, für die unbefristete Übernahme aller Azubis und der Leih- und Zeitarbeiter und für eine offensive Tarifrunde zur vollen Durchsetzung der Forderung.

 

Am 1. März sollen im Rahmen des bundesweiten gewerkschaftlichen Aktionstag der IG Metall zu den Tarifrunden vielfältige Aktionen durchgeführt werden. Ein Stahlarbeiter aus Duisburg: „Bei uns ist kaum ein Kollege bereit, zu verzichten, oder weiteren Arbeitsplatzabbau zu akzeptieren. Die Leih- und Zeitarbeiter werden reihenweise entlassen, die wir dringend an den Anlagen brauchen. Anstatt 'Weiter so' brauchen wir die 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich! Um das durchzusetzen, sind viele bereit richtig zu streiken!“