Ludwigsburg

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Geschäftsführung von MANN + HUMMEL will Teilnahme an Warnstreik verhindern

„Warnstreiks behindern die Produktion“- so tönt die Geschäftsleitung von MANN + HUMMEL. Deshalb sollten Kollegen bei zu sogenannten Notdienstarbeiten während eines ersten Warnstreiks der IG Metall verpflichtetet werden.

Korrespondenz
Geschäftsführung von MANN + HUMMEL will Teilnahme an Warnstreik verhindern
Kolleginnen und Kollegen von MANN + HUMMEL beim gestrigen Warnstreik (rf-foto)

Und das von den selben Chefs, die die Produktion in Ludwigsburg komplett schließen wollen und damit 400 Familien ihre Zukunft rauben! Mit Security versuchten sie, die Kolleginnen und Kollegen von der Teilnahme am Warnstreik abzuhalten.

 

Mit solchen Arbeitsverpflichtungen z. B. im Versand bereiten sie sich auf selbstständige Streiks, sogenannte „wilde“ Streiks, vor, die sie fürchten und mit allen Mitteln vermeiden wollen. Im Buch "Gewerkschaften und Klassenkampf" von Willi Dickhut wird aus Richtlinien vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall zitiert: „Es ist unbedingt erforderlich, rechtzeitig besonders zuverlässige Arbeitskräfte (Meister, AT-Angestellte) zu benennen und … zu schulen.(damit sie als Streikbrecher eingesetzt werden können – die Redaktion).“ (Seite 294)

 

230 Kolleginnen und Kollegen der Frühschicht und 100 der Spätschicht beendeten jeweils nach zwei Stunden ihre Arbeit und zogen in zwei kleinen Demonstrationszügen zu einem nahe gelegenen weiteren Metallbetrieb. Die Aktionen waren geprägt von vielen eigenhändig gestalteten Plakaten.

 

Ausgangspunkt der vielen Aktivitäten ist eine tägliche Mahnwache (8.00 bis 17.00 Uhr), die nun seit vier Wochen mit Schichtplänen diszipliniert organisiert wird. Solidaritätsbesuche in der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg sind ausdrücklich erwünscht. Ihr Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz ist sicher nicht einfach, aber auch noch lange nicht verloren!