MLPD-Betriebsgruppen an Kliniken

MLPD-Betriebsgruppen an Kliniken

Pflegekräfte: Brandgefährliche Situation!

Seit über einem Jahr stehen die Beschäftigten im Gesundheitswesen an vorderster Front im Kampf gegen das Corona-Virus. Sie gehen vielfach selbst über die Grenzen der Belastbarkeit für die Gesundheit und das Überleben von Millionen Menschen in Deutschland.

Von LL NRW der MLPD / Rote Fahne
Pflegekräfte: Brandgefährliche Situation!
Gesundheitsbeschäftigte in Dortmund bei einer Streikkundgebung 2020

Die MLPD-Betriebsgruppen an Kliniken in Nordrhein-Westfalen haben zusammen mit der Landesleitung NRW der MLPD eine Erklärung geschrieben, in der sie sich zur Lage und zu den Kämpfen der Beschäftigten im Gesundheitswesen positionieren, zur gewerkschaftlichen Frauenarbeit in den Kliniken und zur Arbeit der Betriebsgruppen der MLPD, zum notwendigen kurzzeitigen, konsequenten Lockdown und zu weiteren Forderungen. Die Situation der Pflegekräfte in der Corona-Krise ist brandgefährlich.

 

"Über 200 Kolleginnen und Kollegen sind an Covid-19 gestorben", so die Erklärung. "111.076 Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitswesen sind in Deutschland seit Beginn der Pandemie an Covid19 erkrankt, davon 32.622 im Januar 2021 - also 1.000 am Tag (Stand 1. Februar)! Diese Zahl war mit umfassendem Gesundheitsschutz und einem konsequenten Lockdown auf Kosten der Monopolprofite vermeidbar. Daran hat aber weder Gesundheitsminister Jens Spahn noch die gesamte Regierung ein Interesse. Sie sind den Interessen der Monopole verpflichtet. Im Gegensatz zur MLPD und ihren Betriebsgruppen, ihr Sofortprogramm von März 2020 trifft voll ins Schwarze.

Hier stehen besonders Frauen in der ersten Reihe!

Unsere Genossinnen und Genossen kämpfen mit ihrer Gewerkschaft ver.di und den Kolleginnen und Kollegen auf den Stationen und Wohneinheiten für FFP2-Masken, Schutzkittel, Tragepausen und Testungen. Hier stehen besonders Frauen in der ersten Reihe! In der letzten Tarifrunde haben sie Kampfbereitschaft bewiesen und dass auch unter Coronabedingungen gekämpft werden kann. Gemeinsam führen sie den Kampf gegen Repressalien wie gegen die Zwangsversetzung der ver.di-Kollegin Kristin Zuber in Herne, die auf ihr Recht auf Tragepausen von FFP2 Masken bestand. Oder gegen die politische Kündigung der Krankenpflegerin und ver.di-Betriebsrätin Romana Knezevic in Hamburg, weil sie die unhaltbaren Zustände beim Klinikkonzern Asklepios öffentlich kritisierte. Sie kämpfen hier nicht nur für den eigenen Gesundheitsschutz, sondern für alle Beschäftigten im Gesundheitswesen und weisen nach, dass das Grundproblem für Personal und Patienten in der Ausrichtung des Gesundheitswesens auf Profitmaximierung besteht. Wirksame Sofortmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und zur Verbesserung der sozialen Lage können nur im entschiedenen Kampf gegen die Diktatur der Monopole und ihre staatlichen Dienstleister durchgesetzt werden. Dafür muss die gewerkschaftliche Frauenarbeit mit eigenen Organisationsformen in ver.di und die Gewerkschaft als Kampforganisation gestärkt werden."

Arbeit der MLPD-Betriebsgruppen unverzichtbar

Die MLPD-Betriebsgruppen unterstützen die gewerkschaftlichen Kämpfe und die Gewerkschaftsarbeit unter den Beschäftigten im Gesundheitswesen. Sie gewinnen Gewerkschaftsmitglieder. Sie bringen die Auseinandersetzungen mit den Klinikkonzernleitungen in Verbindung mit den Kämpfen der Arbeiterinnen und Arbeiter in anderen Branchen und organisieren die Solidarität über Betriebs- und regionale Grenzen hinaus. In den MLPD-Betriebsgruppen werden die Mitglieder ausgebildet. Sie lernen, ihre Arbeit in den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang einzuordnen. Die Zeit ist reif, so heißt es weiter in der Erklärung, "über gesellschaftliche Alternativen nachzudenken, sich für den Kampf um die Befreiung der Frau im Sozialismus und die Mitarbeit in MLPD und Jugendverband REBELL zu entscheiden. Organisiert euch in den Betriebsgruppen der MLPD im Gesundheitswesen!

Schluss mit dem Impfchaos!

Die Masse der Frauen muss unter komplizierten Bedingungen den Alltag organisieren. Wir treten konsequent gegen die Abwälzung der Corona-Maßnahmen auf die Frauen und Familien ein! Die Zeit eines kurzzeitigen konsequenten Lockdown muss genutzt werden, die Impfung und die Aufklärung der Bevölkerung über ihre Notwendigkeit maximal voranzubringen und eine Erholung besonders von Eltern und Kindern zu ermöglichen.

 

"Die Genossinnen und Genossen der MLPD im Gesundheitswesen gehen auch mit gutem Beispiel voran, sich impfen zu lassen und fordern:

 

  • Schluss mit dem Impfchaos! Beschleunigung der Herstellung und des Vertriebs von Impfstoffen! Aufhebung des Patentschutzes! Flächendeckende Impfungen gestützt auf das geimpfte Personal in Arztpraxen, Betriebsärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen! Impfstoff für alle Bedürftigen in allen Ländern der Welt!
  • Kampf gegen den Pflegenotstand - für mehr Personal! Laut Untersuchungen von ver.di sagt fast die Hälfte der ausgebildeten Pflegekräfte, dass sie wieder in ihren Beruf zurückkehren würden, wenn die Bedingungen stimmen! Das wären hochgerechnet in Deutschland zwischen 100.000 und 120.000 ausgebildete Pflegekräfte.
  • Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich! Sofortige Umstellung der Arbeitszeit, keine Schichten länger als sechs Stunden in der Intensivpflege. Kein Schichtturn länger als fünf Tage, bei Nachtschicht drei Tage. Einführung einer vierten und fünften Schicht.
  • Besonderer Schutz der Jugend!
  • Ausreichende Schutzkleidung, mindestens FFP2-Masken für das Pflegepersonal. Regelmäßige Corona-Tests für medizinisches Personal! Tragepausen nach spätestens 75 Minuten Arbeit mit FFP2-Masken!"

 

Leserbrief zum Scheitern eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrags bei der Caritas

 

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