Neckarwestheim

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500 AKW-Gegner demonstrieren am Störfall-Reaktor

Der letzte Reaktor in der Liste der abzuschaltenden AKW in Deutschland ist GKN II in Neckarwestheim (Kreis Heilbronn). Bei diesem wurden an allen vier Dampferzeugern gefährliche Spannungsrisse an Heizrohren festgestellt. Für den „grünen“ Umweltminister kein Grund zur Sorge… .

Korrespondenz aus Heilbronn
500 AKW-Gegner demonstrieren am Störfall-Reaktor
Die Umweltkämpferinnen und -kämpfer im Demonstrationszug (rf-foto)

Zum zehnten Jahrestag des Super-GAU von Fukushima führte die regionale Demonstration gegen die Atompolitik von Kirchheim nach Neckarwestheim - wie in den vergangenen Jahren.

 

Die etwa 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen verantwortungsvoll mit den Hygiene-Regeln um. 160 weitere Mitstreiter hatten bewusst auf die Teilnahme verzichtet und schickten online eine Solidaritätsadresse an die Demo, die ausgedruckt und ausgehängt wurde. Laut Presse hatte der Veranstalter nur 200 Demonstranten erwartet.

 

Die Umweltgewerkschaft trat in dem langen Zug von Kirchheim nach Neckarwestheim deutlich in Erscheinung: Mit Transparenten „Die Erde vor dem Kollaps retten“. Auch der Frauenverband Courage war am Vortag des Internationalen Frauentags gut vertreten. Der Jugendverband REBELL ging in einem Redebeitrag am offenen Mikrofon darauf ein, dass eine lebenswerte Zukunft in Einheit von Mensch und Natur nur mit einem 'System Change' zum echten Sozialismus erkämpft werden kann.

 

Es wurde über die notwendige Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung diskutiert. Die Demo-Leitung wollte in Gutsherren-Art einteilen, dass „die Parteien“ (das waren konkret die MLPD, die Linkspartei und die ÖDP) im letzten Drittel des Demozugs laufen. Das war erstens praktisch nicht durchführbar und wurde zweitens auch in mehreren Diskussions-Beiträgen kritisiert: Die Umweltbewegung kann ihre Ziele nur auf überparteilicher Grundlage erreichen. Da darf es keine Demonstranten erster, zweiter oder dritter Klasse geben.