Nordhausen

Nordhausen

Containern ist kein Verbrechen

Heute standen drei Jugendliche vor Gericht, weil sie beim „Containern“ erwischt wurden. Ca. 25 vorwiegend junge Leute fanden sich zu einer Solidaritätskundgebung vor dem Gericht ein.

Korrespondenz
Containern ist kein Verbrechen
Solidaritätskundgebung für die wegen Containern angeklagten Jugendlichen (rf-foto)

Ca. 25 vorwiegend junge Leute fanden sich zu einer Solidaritätskundgebung vor dem Gericht ein. In unserem Redebeitrag dazu heißt es: „Dass hier junge Leute verurteilt werden sollen, die Lebensmittel vor dem Müll retten wollten, zeigt deutlich, dass in diesem System der Privatbesitz mehr zählt als Menschenleben. Das heute stattfindende Strafverfahren schützt genau dieses menschenverachtende System und stellt sich auf dessen Seite. Diese Justiz soll nicht die Menschen, sondern den Privatbesitz und damit das Profitinteresse der Herrschenden schützen. Das nennen wir Klassenjustiz!

 

Es gehört zu den Verbrechen des Kapitalismus, dass er Lebensmittel – also Grundbedürfnisse des Menschen – zu Waren macht, die ausschließlich zum Zweck des Profits produziert und vertrieben werden. In dem Moment, wo man sie nicht mehr profitabel verkaufen kann, werden sie wie Müll weggeschmissen, während zigtausende Menschen pro Tag an Hunger und Unterernährung sterben. ... In diesem Sinne sind wir solidarisch mit Euch und fordern Freispruch für die Angeklagten!“

 

Wir sind der Meinung, dass nur in einer sozialistischen Gesellschaft, in der es keine Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen durch Menschen mehr gibt, die gesamtgesellschaftlich erarbeiteten Güter gemeinschaftlich so verteilt werden können, dass sie allen Menschen eine ausreichende Lebensgrundlage bieten. Um diese Gesellschaft zu erreichen, ist es notwendig, dass unter der Führung der Arbeiterklasse das kapitalistische System revolutionär überwunden wird.

 

Da es sich um eine öffentliche Verhandlung handelte, kam es zu dem Umstand, dass zu Verhandlungsbeginn zu viele Leute im Gerichtssaal waren und die Hygienekonzepte so nicht eingehalten werden konnten. Der Prozess wurde deshalb vertagt. Wann der nächste Termin sein wird, ist bis jetzt noch nicht klar.